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Brigittes Dichotomie

Unbenannt-2Ich, gestern, an der Kasse im roten Supermarkt, bewaffnet mit Gemüse und Tofu, fällt mein Blick wie zufällig auf das Regal mit den „Frauenmagazinen“. Mein Blick schweift an der Plastikgesichtergalerie mit Photoshop Dauerabo entlang und ich beneide den Bruchteil einer Sekunde lang Beyoncés Locken, bevor mir aufgeht, dass auf 80% aller Fotos von ihr nicht mal Beyoncé aussieht, wie Beyoncé.

Da der Kassierer gestern wohl eine harte Nacht hatte, geht es eher bedächtig voran und ich habe viel Zeit, die Botox-Brigade zu mustern – und sogar schreibunte Titel zu lesen. Unweigerlich fällt mir auf, wie viele Frauen-Zeitschriften das Thema „Was Männer wirklich wollen“ behandeln. Fast kotze ich ein wenig in die Auslage.
„Bei XY % aller Männer sind lange Locken das ultimative Lockmittel.“ und “ Wie wichtig ist die Figur?“ und “ Frauen mit „Männerhobbies“ – turn on oder turn off?“

 Ist das also im Jahr 2016 immer noch mein erklärtes Lebensziel? Mich zu informieren, was „Männer wirklich wollen“ (wer recherchiert sowas? Und wen fragen die? Ist das überhaupt meine Zielgruppe?!) und dann voller Panik so zu formen in der Hoffnung, dass jemand meine einsame, verzweifelte Existenz als unwürdiger Single beendet? Meine Haare lang zu züchten, vier Tage die Woche meine Freizeit im Fitti zu verbringen, meine Comics zu verklappen, meine Randgruppen-CDs zu verklappen, die Actionfilme im DVD Regal nach hinten zu schieben, die Malsachen in den Keller zu räumen, damit es dekorativ und nicht nach Handwerker aussieht, den Motorradführerschein abzubrechen und die intelligenten Bücher zu verstecken, damit sich ein potentieller Partner nicht eingeschüchtert fühlt? Und die Masterfrage: Was will ich denn dann mit so einem wenn ich ihn erstmal habe? Kekse essen und lange Spaziergänge im Park machen? Wandern gehen womöglich noch. Schauder!
Das ist für mich dieselbe Dichotomie wie „Liebe dich wie du bist“ und „Die beste Diät um in 14 Tagen die Bikinifigur zu erreichen“ in einem Heft. Das ist falsch auf so vielen Ebenen. Ich lese diese Schloppen nur noch beim Friseur. Wenn überhaupt.

Seid wie ihr seid, am Ende kommt es sowieso raus oder wie Audrey mal sagte: „I believe that happy girls are the prettiest.“ (oder so ähnlich).

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