kuekensalat

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Facebook Emofails

Ihr kennt ja sicherlich alle diese Motivationals. Diese Bildchen in sozialen Medien, auf denen mehr oder weniger (de-)motivierende Sprüche stehen.

Stehen nur Poesiealbenzitate oder schlaue Ratgeberessentials drauf, kann ich meistens damit noch irgendwie umgehen. Aber versuchen Menschen, sich selbst solche Dinger auszudenken, passieren mit hoher Wahrscheinlichkeit und Frequenz ungeahnte brutale Bruchlandungen.

Mein persönliches Pet Peeve sind dabei diejenigen Bilder, die passiv-aggressiv eingeschnappt bis vollnölig herumseiern, dass „man ja nicht immer hart war, aber im Leben einfach zu viel passiert ist“ oder „obwohl man XYZ ist/war er/sie einen trotzdem nicht will/wollte und jetzt mal selber Schuld ist. Ätschibätschi.“. Gerne auch repostet von Menschen, bei denen mir völlig klar ist, worauf sie hinaus wollen, bei mir aber nur ein Instinkt angesprochen wird; nämlich der, zu schütteln und zu schreien: „Willkommen in der Realität! Hat auch lange genug gedauert, du Flitzpiepe!“

Klar, jeder geht mit verschiedenen Situationen unterschiedlich um. Manche treffen sich mit Freunden, manche machen Sport, manche machen eine Therapie und andere Essen drei Kilo Eis und heulen zwei Wochen – und manche posten eben pseudoharte aber de facto weinerliche Bildchen auf Facebook und machen sich so zur Zielscheibe und zum Emokasper. Haben diese Leute keine Freunde, mit denen sie sich mal zum Kaffee trinken treffen können oder die ihnen wenigstens sagen, dass ihre Gefühlsausbrüche nicht öffentlich in soziale Medien gehören?

Wie dem auch sei, habe ich ein besonderes Gem dieser Gattung gesehen und musste erstmal zehn Minuten drauf starren und denken „WHUT?“

Es ging dabei sinngemäß darum, dass wenn sich „eine Frau gesellschaftlich konform und halbwegs selbstständig verhält (aber im Grunde weiterhin angemessen keusch), sie vielen Männern Angst mache.“ (Original hier.)

Dieses Bild hat mich schwer erschüttert. Nicht weil es von „Alleingang – weil eine Löwin nicht mit Hunden läuft“, also der pathetischst betitelten Seite kommt, die man sich so vorstellen kann, sondern weil es sich so spektakulär ins eigene Bein schießt.

Die Autorin möchte offensichtlich irgendetwas damit ausdrücken, vermutlich, dass sie selbst stark und unabhängig ist und Männer Waschlappen sind, weil keiner gut oder mutig genug ist, sich um sie zu bemühen.

Bei nährerer Betrachtung ergibt sich meiner Meinung nach allerdings Folgendes:

1. Sie ist wahnsinnig frustriert darüber, dass es keine Männer zu geben scheint, die sich trotz ihres heldenhaften Alleingangs überschlagen, ihr zu Füßen zu liegen. Warum auch?

2. Einmal würde eine Person, die wirklich selbstbewusst ist, so etwas nicht posten, weil es sie nicht annähernd so frustrieren würde und sie dem Typen das einfach sagen würde, anstatt passiv-aggressiven BS auf Facebook zu posten. Zweitens wäre einer wirklich selbstbestimmten Frau völlig schnurzpiepegal wen sie reizt oder nicht reizt. Sie zieht einfach an, worauf sie Bock hat. Basta. An dieser Stelle „ohne andere Männer zu reizen“ sehe ich meinen persönlichen Feminism Fail.

3. Ist es degradierend all den wunderbaren Menschen und Männern gegenüber, die definitiv keine Angst vor Frauen haben. Und genauso fies für die, die Angst HABEN. Irgendwas muss das ja ausgelöst haben.

Und was heißt Angst? In vielen Fällen sind Frauen und Männer gleich verunsichert ob der absoluten Doppelmoral in den Medien und allen Signalen von der traditionell verhafteten Kriegsgeneration bis zu den 70er Freelovern die wir so im Aufwachsen erhalten haben. Alle müssen erstmal finden, wer sie sind und wie sie sich als Frauen und Männer definieren. Einigen fällt das leichter, anderen schwerer. Ich weiß jedenfalls, dass ich tue, was ich für richtig halte, mit allen Konsequenzen.

Worauf ich an dieser Stelle jedoch im Besonderen plädieren möchte ist: Schützt eure Freunde davor, sinnfrei öffentlich herumzujammern. Erklärt ihnen, dass Selbstwert lernbar ist und man nicht zwangsläufig pseudoharte Motivationals auf Facebook posten muss, nur weil mal ein paar Dates beschissen gelaufen oder eine Beziehung gescheitert ist. Beschützt sie vor sich selbst. Sie haben es verdient – und spätestens wenn sie erwachsen werden, werden sie es euch danken.

 

 

 

 

 

 

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Kein Bock auf Nähe

now-im-in-my-30s-1Fatal am späten Singlesein ist die fehlende Kompromissbereitschaft. „Spät“ ist an dieser Stelle natürlich relativ. Gern darf dagegen anargumentiert werden, dass ich mit 32 „später“ Single sei, aber schauen wir der Realität mal heldenhaft ins Auge, so stellt sich statistisch heraus, dass zwar durchschnittlich mit 31,3 Jahren geheiratet wird, aber die wenigsten heiraten ja aus dem blauen Dunst heraus.
Mit anderen Worten: Die meisten Menschen, die demnächst geplant dauerhaft eheähnliche Verhältnisse eingehen, sind bereits vergeben.

Nicht so schlimm, denke ich mir, die meisten Beziehungen bzw. Ehen um mich sind nun auch nicht das, was ich geschenkt haben möchte und eine „Durchschnittszahl“ ist eben auch nur das. Ein Durchschnitt. Nun aber zurück zur Fatalität: Die fehlende Kompromissbereitschaft.

Noch jung und ungestüm konnte ich nichts damit anfangen, wenn meine seit mittlerweile 22 Jahren als Single etablierte Mom lakonisch verkündete: „Ich hab gar keinen BOCK, mich auf irgendwen einzustellen, der mir meinen ganzen Alltag durcheinander bringt.“

Jetzt bin ich seit zwei Jahren Single und muss zu meinem Schrecken feststellen: Ich auch nicht.

Was in meinen Teens und Twens noch Sturm- Drang- und Versuchsanläufe mit eher langwierigen Scheiterungen waren, hat seit dem Drehen der 3 und dem Ende meines letzten Desasters definitiv an Leichtigkeit und wohl auch an Blödheit verloren. Denn seien wir mal ehrlich: Besonders smart ist das zufällige Zusammenkommen nicht. Wir suchen heutzutage unsere Autos besser und gewählter aus, als unsere Lebenspartner. Würden wir ein Auto genauso kaufen, wie den Menschen mit dem wir unseren Alltag formen wollen, würde das vermutlich so aussehen:

Wir treffen uns mit Freunden und gehen zu unseren Lieblingsaktivitäten und schauen uns dabei jedes Mal an, welche Autos so im Freundeskreis gefahren werden. Und irgendwann gefällt uns eins so beim kurzen Angucken und einmal Mitfahren spontan so gut, und das kaufen wir dann auch. Blöd bloß, dass man ein gekauftes Auto ohne weiteren Schaden weiterverkaufen kann; bei einer Partnerschaft ist das dann leider mit Tränen, fliegenden Fetzen und Scheidungskatzen verbunden (mit Glück). Mit anderen Worten: Die meisten Menschen glauben an die Funken die fliegen, das Feuerwerk beim ersten Kuss und ignorieren dabei gänzlich die Realität, dass auch ein guter Küsser tief drin ein Mensch sein kann, den wir nicht länger als ein paar Jahre ertragen (wenn überhaupt), weil er vielleicht Angewohnheiten oder Ansichten hat, die uns eigentlich grundsätzlich gegen den Strich gehen. Und anstatt das vorher gründlich auszuloten, wird immer öfter schon nach kürzester Zeit der Bund der ewigen Verdammnis geschlossen und später, war man so blauäugig keinen Ehevertrag abzuschließen, teuer wieder aufgelöst.

„Aber Kueken! Wo bleibt denn da die Romantik?!“ schreit es da aus der hinteren Reihe. Ja, gut, dass du da hinten sitzt. Glaubst du, dass nach fünf Jahren jeder Tag Romantik ist? Dass Romantik dir hilft, wenn das Kind aus der Kita das erste Mal Kotzeritis mitbringt und ihr alle drei (oder vier oder fünf) am liebsten gleichzeitig über der Schüssel hängen würdet? Nein. Dann hilft ein gemeinsamer Humor, grundsätze wie Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt, Kommunikationfähigkeit, gleiche Werte in der Kindererziehung und eine ähnliche Haltung zur Medizin. Aber nicht Romantik.

Was mit der Romantik jedoch kommt, ganz unseren Hormonen geschuldet, ist die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen, wenigstens so lange, bis das daraus biologisch vorgesehen entstandene Nachwuchswesen naturgemäß selbstständig ist (4 Jahre alt).

Da ich nunmehr zynisch feststellen muss, dass diese Kompromissbereitschaft offensichtlich mit zunehmendem Alter und -Erfahrung abnimmt und mir Menschen, die sich nicht melden, nicht wissen, was sie eigentlich wollen, ihren Stock nicht aus dem Hintern kriegen, rumeiern, sich gerade erst von Mutti und Vati losgesagt haben, Fahrräder mit Sternchen drauf fahren, keinen geraden Satz sprechen geschweige denn schreiben können oder an emotionaler Konstipation leiden einfach nicht gefallen… habe ich definitiv keinen Bock auf Nähe.

Ich verbringe also Weihnachten mit meiner Familie und meinen Freunden. Ohne Kompromisse.

Schöne Feiertage!

 


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The Bucket List

„Nana reist jetzt nach Thailand. Für ein Jahr. Ich könnt‘ sowas ja nicht, darauf hätte ich gar keine Lust. Und auch so warm da..“ erzählt meine Kollegin in einwandfreier Lautstärke im LZ (Lehrerzimmer) und die sie umgebende Hühnchenschar winkt ab.
„Nee, also sowas machen doch nur Leute, die sich zu Hause nicht wohl fühlen.“ gibt eine andere Kollegin, Mitte 40 zu bedenken.
Ich sitze drei Tische weiter und bin eigentlich seit „Ein Jahr“ und „Thailand“ schon ausgeklinkt.
Wie geil, so eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht und einfach mal ein Jahr weg – ich seufze in mich hinein.

Zugegeben, die Möglichkeiten für Lehrer sind denkbar gut, aber eben sehr unflexibel. Als Beamter stehen zwischen einem und den Lebensträumen immer mindestens sechs Passierscheine A38 in vierfacher Ausführung stellen darf man den Antrag auch erst, wenn man schon zehn Jahre im Dienst ist.

Das ist mir allerdings schnurz. Kaum bin ich zu Hause, google ich gründlich nach Möglichkeiten für lange Reisen und alle anderen Ideen, die mir so kommen. Diese sind denkbar bürokratisch. Entweder ich warte bis ich 38 bin, stelle dann einen Antrag und warte noch zwei Jahre in denen ich weniger verdiene, um dann mit 40 ein Jahr bezahlten Urlaub zu machen ODER ich stelle jetzt einen Antrag auf Urlaub ohne Bezüge und muss mich dann von nichts privat vollversichern und kann definitiv nicht zurück an meine alte Schule ODER ich bewerbe mich auf eine Auslandslehrerstelle an einer Deutschen Schule irgendwo. Es kann natürlich sein, dass ich dann nach Hinterposemokel komme und bis zu sechs Jahren dort bleiben muss – aber naja. Die Möglichkeit besteht. Und da ich ja anscheinend das männliche Geschlecht nach wie vor vor allem einzuschüchtern scheine (haha!) und die Aussicht auf Familie denkbar gering ist, ich aber mitnichten hier herumsitzen und auf Mr. Right warten werde, muss ich mir wohl irgendwas davon aussuchen. Hach, so isset halt im Leben. Haste das, willste das und willste das, kriegste was anderes.
Egal.

In diesem Zuge habe ich meine recht lange Bucket List ebefalls einer strengen Sichtung unterzogen.Nächstes Jahr könnte ich die folgenden Punkte abhaken:
1 – Wale sehen
2 – Motorradschein machen (die Theorie habe ich immerhin schon fertig)
3 – USA Tour (Philadelphia, Chicago, New York) Teil 1
4 – 10 km Lauf mitmachen (zum 2. Mal)

In diesem Sinne „I’m back on the road again..“