kuekensalat

Dieser Blog ist total wichtig.


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Nachtkuchen

Die Muse muss gezwungen werden, hat man mir gesagt. Und ist sie nicht willig, so sei halt gewalttätig. Es gäbe viel, worüber es sich zu bloggen lohnen würde, alles Dinge die so unerheblich sind, dass sie vor den roten Fäden und großen Geschichten der Welt einfach verblassen.

Da wäre zum Beispiel der Japanese Cheesecake, der – angeblich hart Diätfreund, aber de facto doch 370 kcal pro Achtel – gestern das erste Mal das Licht meines Backofens erlebte und sich protestierend ob der Herzchenform (ich hatte sonst keine, die in meine Auflaufform gepasst hätte) in den ich ihn presste, innerhalb von beachtlichen drei Minuten von einem fluffigen Ball in einen platten Pfannkuchen verwandelte. Schmeckt trotzdem.

Da wäre auch die Unmöglichkeit unausrottbarer verliebter Paare, die sich besonders um Valentinstag demonstrativ und permanent im Zug das Gesicht abschlecken und Menschen mit vergessenen Kopfhörern so durch ihre Schmatzgeräusche in den Wahnsinn treiben. 

Oder die Erkenntnis, dass -1 Grad zum Joggen ne top Temperatur ist – so lange man wasserfeste oder gar keine Wimperntusche an und Taschentücher dabei hat und es einem nichts ausmacht, dass jeder der einem begegnet denkt, man renne seinen Problemen davon. *hoil* 

Und das Fundstück der Woche: Papierherz. Ist zwar diabetiserzeugend auf Hochzeiten als Konfetti, aber kacke zu fegen.


Und die letzte Erkenntnis: Sport wird dadurch besser, dass man ihn macht. In den letzten Wochen (Jetzt Woche 7 in Results) habe ich nicht nur meistens fünf Tage die Woche meine Workouts absolviert und irgendwie Zeit dafür gemacht, sondern auch das Joggen wieder für mich entdeckt. Es muss einfach gemacht werden und je länger ich an dieser Umstellung arbeite, desto klarer wird eine unwiderrufliche und unverrückbare Wahrheit: Es gibt keine Alternative. Ich schnaufe nicht mehr, ich schwitze morgens nach der Zug/-Fahrradfahrt zur Arbeit nicht mehr wie ein Schwein, ich kann die Treppen zwei auf eins hochjumpen wenn ich zu spät dran bin, passe wieder in meine Skinny Jeans und das letzte Gürtelloch, habe eine Haut wie schon seit dem Absetzen der Pille nicht mehr und eine Laune, die manche schon als gruselig bezeichnen würden. Mich eingeschlossen. Fuck Yeah. 

(-9 kg seit Weihnachten)

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Die Beerdigung

So, den Deprilappen könnt ihr gleich wieder weglegen. Depri wird’s nur ein bisschen. Haut mich nicht dafür, wenn ich das so frei sage.

Da dies ja ein Blog der Lebensgeschichten ist, sollte an dieser Stelle die meines entfernten Familienmitglieds erwähnt werden, welche leider bereits vorbei ist. Mit nicht mal 50. Ich finde das zu fucking früh.

Was macht man also jetzt damit, mit dem Schock, den traurigen Paten, der Erkenntnis? Man geht natürlich zur Beerdigung, schaut sich den Kranz an, auf dem „Lebewohl, deine Eltern“ steht und fühlt sich, als hätte jemand etwas sehr Schweres mit Widerhaken in der Magengegend vergessen. Terry Pratchett hat mal gesagt: „(..) no-one is finally dead until the ripples he caused in the world die away..  The span of someone’s life, they say, is only the core of their actual existence.“ Ich möchte das auch gern glauben.

Und so kam natürlich im Kreise der noch Lebenden und Atmenden auch das Gespräch auf die anderen bereits verstorbenen Menschen und ihre jeweiligen Beerdigungen. Ich fühlte mich nach kürzester Zeit wie im Beerdigungs-Feuilleton der HAZ – was geht, was ist schlechter Stil, sollte die Beerdigung ein letzter Lacher oder eine gänzlich für die Hinterbliebenen gestaltetes Ereignis sein?

Während der Diskussion starrte ich irgendwann diätgebeutelt hungrig und etwas neben mir auf die Lachsschnittchen und sah vor meinem inneren Auge, wie es irgendwann mal aussehen wird, wenn ich das Zeitliche segne..

  1. Kleiderordnung: Alle tragen bitte irgendwas, in dem sie mich kennengelernt haben oder womit sie eine gute Erinnerung mit mir verbinden. Vermutlich wird das bei den meisten meiner Freunde eh schwarz – Gruftis sei Dank – aber auch Netz und Nieten. Yay! Muss: bunte Hüte!
  2. Bibelzitate: Ich möchte Zitate von Terry Pratchetts TOD. Ein düster vorgetragenes „He said that there was death and taxes, and taxes was worse, because at least death didn’t happen to you every year.“ tröstet mehr als „Sei ihrer Seele gnädig.“
  3. Grab- und Urnenschmuck: Da ich eh im Friedwald verstreut werden will, wird sich das vermutlich erübrigen, aber falls es doch welchen geben sollte, dann feiert gefälligst, dass ich da war. Konfetti statt Blumen!
  4. Musik: Bitte keine Kirchenlieder.. außer Stern über Bethlehem. Das kann wenigstens jeder singen. Ave Maria lasse ich mir auch noch gefallen. Ansonsten muss es „Traum vom Tod II“ von Subway to Sally, „Vor I Vasglakogi“ von Kaleo und „The Good the Bad and the Ugly“ tun. Vielleicht noch „Je ne regrette rien“ und „Thunderstruck“ als Abschluss. (Besonders nett, wenn ich vom Blitz getroffen worden sein sollte.)
  5. Leichenschmaus: Es muss vegetarische und vegane Alternativen geben. Nicht, weil ich kein Tier esse, sondern weil ich meine Freunde liebe. Und viel Alkohol. Vorzugsweise Whisky und rosa Blubberwasser. Und alle müssen ein Foto mitbringen, auf dem sie mit mir zu sehen sind und wir irgendwas Beklopptes machen, damit alle ins Gespräch kommen und keiner alleine bleibt.

Schade, dass ich dann nicht mehr dabei sein werde. Klingt nach einer guten Party.

Apropos… wann ist eigentlich die nächste?

 

Death stood alone, watching the wheat dance in the wind. Of course, it was only a metaphor. People were more than corn. They whirled through tiny crowded lives, driven literally by clock work, filling their days from edge to edge with the sheer effort of living. And all lives were exactly the same length. Even the very long and very short ones. From the point of eternity anyway.“ (Terry Pratchett, Reaper Man)