kuekensalat

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Gemein

Ich würde mich grundsätzlich nicht als netten Menschen bezeichnen. Ich bin missgünstig, eitel, trage Leuten, die sich wirklich scheiße benommen haben lange ihren Fehler nach, obwohl ich es vielleicht nicht will, ironiere oft bis ich zum Sarkasmus komme und rede grundsätzlich zu viel von mir selbst. Ich vergesse Geburtstage(1), habe die Linzenz zum Klugscheißen, bin zu oft ein Smombie und manchmal trolle ich absichtlich Leute im Internet, weil ich Spaß daran habe. Wenn Leute scheiße sind, dann finde ich sie auch scheiße und ich kann einfach nicht lügen.

Das letzte würden viele bestimmt als eine super Eigenschaft bezeichnen, ist aber schlicht scheiße unhöflich. Insbesondere wenn, wie schon oft passiert in letzter Zeit, Menschen mit mir über Gewicht und ihr eigenes Gewicht und den optisch damit verbundenen Zustand sprechen.

Das läuft oft nach dem Muster

A: „Oh, du bist aber schmal geworden, wie hast du das denn gemacht?“

Ich: „Kalorienzählen und Sport.“

A: „Oh.“ *Stille* „Naja, ich müsste/würde/hätte/könnte/sollte eigentlich auch ein paar Kilos loswerden.“

Ich (innerlich) Sag jetzt nichts, sag jetzt nichts, sag jetzt nichts: „Joah.“ Mist.

 

Denn ich weigere mich, die zunehmende Verfettung der Gesellschaft schönzuschwafeln.

Ein konkretes Beispiel:

Samstag Abend, wir uns gerade den Bauch vollgemampft mit Spargel mit missglückter Flockhollandaise, die zwar ein bisschen wie Sperma über den Spargel rann, aber genauso gut schmeckte, wie normale Hollandaise. Ich hatte auch reichlich gemölmert, allerdings auch das Laufen am Sonntag (ca. 800 kcal) eingerechnet und für 800 Kalorien kriegt man eine Menge Spargel und Kartoffeln. Da stehen wir so und Tom piekt in meinen Bauch, der aufgrund meiner Position angespannt ist und sagt: „Boah, das ist ja hart wie Stahl.“ Nicht, dass das nicht maßlos übertrieben ist, denn schließlich sind noch gute 4-6 cm Speck und Haut und Bindegewebe über den Bauchmuskeln, die sich nur direkt unter dem Rippenbogen in den schönsten Verrenkungen erahnen lassen, aber was solls. Dann streckt er mir den Bauch hin und ich pieke rein und anstatt was ähnlich übertrieben Nettes zu sagen, denke ich darüber nach, dass er vor drei Stunden noch selbst monierte, so unfit und speckig wie noch nie zu sein. Und ich denke mir in dem Bruchteil der Sekunde: wenn ich ihm jetzt noch die verharmlosende Lobesdusche übergieße, dann bleibt.das.so. Welch Horror denn am Ende sitze ich dann allein in unserer Alters-WG, weil alle anderen aufgrund ihres dauernden Übergewichts bereits gestorben sind und fahre nur Rollstuhlrennen mit mir selbst. Wie kacke wär das denn?! 

„Joah,“ sag ich also und bin mal wieder ehrlich: „Aber da geht noch was.“

Indigniertes humorig Herunterspielen und (mit Recht) humorig Kontramotzen folgt.

 

Und ich stehe da und frage mich: Warum ist das eigentlich so ein Problem mit diesem Sagen, dass jemand zu specky ist?

Und ich muss mir eingestehen, dass dieses dusslige Buch, das alle gelesen haben und das so vielen Menschen auf einmal die Tür zum Erschlanken geöffnet hat, a) diese Frage auch schon betrachtet hat und b) bei mir zu einer Art Erleuchtung hinsichtlich meiner Beziehung zum Dicksein geführt hat.

Grundsätzlich habe ich es immer wieder so wahrgenommen, dass gesellschaftlich dicke Menschen als faul, lethargisch und weniger intelligent gesehen werden; wären sie intelligent und aktiv, wären sie ja dünn, denn sie würden sich besser ernähren und wissen, wie schädlich das Übergewicht nicht nur körperlich, sondern auch gesellschaftlich sein kann.

Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass wenn man, selbst wenn man es nicht so meint, jemandem Übergewicht attestiert, man ihm indirekt diese Eigenschaften zumisst. Faulheit, Dummheit, Trägheit. Gerne auch gepaart mit Erfolglosigkeit bei den Frauen/Männern, Jungfrauen/Mauerblümchen und Muttchen-Image, Stillosigkeit und Maßlosigkeit (2).

Da ich meinerseits allerdings seit der Lektüre eine völlig neutrale Beziehung zu meinen Schwabbelanteilen entwickelt habe und einfach nur sachlich feststellen konnte, das derer zu viele an mir dran sind, habe ich leider auch die ausgeweitete Empathie dahingehend verloren. Hat jemand ein riesiges Muttermal, das eventuell Hautkrebs sein könnte, sage ich ihm das ja auch und lasse ihn nicht leise sterben. Dass Ärzte und Orthopäden in vielen Fällen nichts zum Thema zu fett sein sagen, finde ich schon skandalös genug; dass das gesellschaftliche Bild von „normal“ gleichbedeutend ist mit dem „durchschnittlichen“ Bild, welches leider an der Kante oder etwas über dem gesunden BMI liegt, dramatisiert diese Situation natürlich weiter. Schließlich kann ich nicht durch die Gegend laufen und allen Menschen sagen: Du bist zu fett.

Aber ehrlich mal: Wenn mich jemand indirekt fragt und wenig aussichtsvolles Fishing for Compliments betreibt, dann muss er verdammt noch mal damit leben, wenn kein Kompliment zurück kommt. Warum? Weil ich Fishing for Compliments hasse und weil ich nicht lügen kann.

Denn ich weigere mich, zur Fettshaming Kultur zu gehören, wo man sich über dicke Leute lustig macht und ich weigere mich auch, zur Fatacceptance zu gehören, welche die Folgen des Fettseins verharmlosen. Ich weigere mich, einen gesundheitlich kritischen Zustand schönzuloben aus Höflichkeit. Ich wünsche mir, dass meine Freunde lange leben und man sachliche, wertfreie Gespräche mit mir über das Fettsein, Sportlichkeit und Probleme führt und keine, die davon leben, sich gegenseitig ein fuzzy Feeling einzulügen, weil das Speckkinn „einen viel weicher und lieblicher“ macht.

Da bin ich lieber gemein als verlogen. Bittesehr.


(1) (obwohl ich die Menschen liebe, die Geburtstag haben, weil ich irgendwie nicht logisch nachvollziehen kann, warum der Tag an dem derjenige geboren wurde jetzt so mega wichtig ist. Hätte auch einen Tag davor oder danach gewesen sein können, kosmisch macht das keinen Unterschied und er ist ja nun mal DA. Wann er KAM ist ja egal.)

(2) (Maßlosigkeit mag stimmen, ist allerdings in vielerlei Hinsicht meist körperlich (genetisch) oder psychisch begründet und kann mit den entsprechenden Reglern gut reguliert werden.)

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Die Wohnung

Die Wohnung

Little John und the Red Light

Nichtsahnend sitze ich Mittwochsmorgens beim Frühstück, als mich das militante Piepen meines neuen Nachrichtentones meinen Skyrmatsch fast katapultartig an die Küchentischlampe klatschen lässt. Mit zitternden Fingern probiere ich anschließend mindestens fünf Mal die Fingerabdruck-Entriegelung meines Phones, aber Skyr verändert halt den Fingerabdruck, so dass ich schließlich entnervt mit dem Ärmel interveniere. Endlich meines Telefones Herr – oder Frau, wie man das gerne so hätte – erreicht mich der erstickt geschriebene Schrei von Mia.

„No. Nonononono. No. Er ist es nicht.“

Ich schreibe zurück: „Haha, war die an mich? Von wem redest du?“

Sie tippt, dann erscheinen die Worte: „John. Ich rede von John. Du weißt schon, little John?“ auf dem Bildschirm. Mein linkes Augenlid beginnt bereits zu zucken. (1)

„Und von wannen ward euch solche Weisheit?“ frage ich nun, nur halb scherzhaft.(2)

„Ich war ja bei John zu Hause…“ schreibt sie und während ich noch zurück tippe, ruft sie an. „Und es war grau-en-haft!“ betont sie ausgedeht und ich höre noch den latent bestehenden Schockzustand. In mir spielen sich fantastische alternative Realitäten ab.

„Wie? Was? Unsauber? Hässliche Gardinen?“ frage ich.

„NEIN, schlimmer!“ keucht sie und ich glaube, ein unterdrücktes Würgen wahrzunehmen.

„Keine Leichen?!“ murmele ich.

„Nein, jetzt sei nicht krass.“, sagt sie.

„Ich bin nicht krass.“ sage ich.

„Doch, eigentlich immer.“ sagt sie und ich verliere die Geduld: „Jetzt red‘ schon! Warum hat little John keine Dreimonatsfrist verdient?“

Mia setzt mit einem tiefen Luftholen zu einem längeren Exkurs an: „Also, als ich reinkam, da war ich schon irritiert. Du kennst doch so Dates, da ist erst alles toll, aber dann passiert so irgendwas und auf einmal fallen deine Eierstöcke in Schockstarre und es ist irreparabel vorbei?“

„Du meinst so wie mit Daniel, dem Nashornmann? Oder dem Typen, der dir ins Waschbecken gekotzt hat?“ Sie grunzt zustimmend: „Nja.“

„Mmmh.“ Ich denke an Monas Dr. Eisenpimmes.

„Ja, so war’s mit John’s Wohnung.“ Und dann erläutert sie das Ausmaß der Misere. Nicht nur John war eher klein, auch seine Wohnung konnte das Label „Zweizimmerwohnung“ nur mit Liebe aufrecht erhalten. Das an sich ist ja kein Problem, Platzbedarf ist ja subjektiv. Mia wohnt allerdings auf großem Fuß. Wo bereits an der Tür das Two and a Half Men Poster prangte (was bei Mia eigentlich mehr Ein- als Ausdruck gemacht hat, immerhin war das eines ihrer gemeinsamen Themen) waren zwei Drittel der Butze nur spartanisch eingerichtet  und grundsätzlich auf so etwas wie ein ansatzweise stimmiges Gesamtkonzept zugunsten der neuverteilten Jugendzimmermöblierung verzichtet worden.

„Naja, Geschmack..“ setze ich an.

„Jaja,“ unterbricht sie mich: „Das war alles noch ok. Klar, die Wand hatte große Flecken wo das alte Sofa gestanden hatte und der Teppich wellte sich, aber das wäre ja nicht sooo schlimm gewesen. Im Studium habe ich auch mal Ein Jahr so ähnlich gewohnt.“ Ich verzichte darauf, ihr zu sagen, dass der Mann definitiv das dreifache verdient von ihrem Bafögsatz und über 40 ist. Sie klingt so schon niedergeschlagen genug. John hatte sie echt begeistert. Ich fühle mit ihr.

Mia ist schon eher ein schöngeistiger Typ, der auf Blumen und sowas steht. Dass John nicht eine einzige lebende Pflanze besaß und mit den Worten „Die sterben bei mir eh nur“ auch seine Pflegeeigenschaften im Minusbereich ansiedelte, war da ein tragischer Seitenhieb. Richtig schlimm wurde es aber erst, als sich die Küche als eine minimal eingerichtete Kochnische herausstellte, die aussah, als habe jemand es noch nicht geschafft, den explodierten Topf Bolognese wieder einzusammeln oder einen Besteckkasten zu kaufen. Ich seufze mit einem Blick auf mein Skyr. Vielleicht hat sie ihn auch nur erschreckt?

„Aber das es war ja leider noch nicht! Das BAD!“ Mias Stimme überschlägt sich fast. „Da war Rolllaminat drin, das sich an dem 50er Jahre Fliesenspiegel hochgerollt hat. Und da drunter – oh du ahnst es nicht. Auf dem Boden eine dicke Schicht aus Staub und Barthaaren –  Ich habe immer gewartet, dass irgendwas „Mama?“ zu mir sagt.“

„Infam.“ sage ich mit Nachdruck und bin wirklich etwas angewidert.

„Ach hör auf!“ motzt sie.

„War das alles?“ frage ich.

„Nein!“ schluchzt sie am anderen Ende weinerlich. „DAS SCHLAFZIMMER!“

Ich bin versucht, meinen Kopf auf die Tischplatte zu schlagen. „Oh bitte.“ stöhne ich. „Das SCHLAFZIMMER,“ beginnt sie bedeutungsschwanger „sah aus, wie eine Abstellkammer. Rechts neben dem Bett ein zerlegter Tisch und ausgelesene Zeitungen, oben auf dem Schrank Kartons über Kartons von seinen Hobbies und, anstatt eines Beistelltischchens das Angelmagazin der letzten 15 Jahre auf einem Stapel und mir gegenüber ein monströser Röhrenfernseher und ein riesiger TEDDYBÄR.“

„Oh Gott.“ – spätestens jetzt bin auch ich entsetzt. Kuscheltiere. Nichts tötet jegliche Libido so gründlich, wie flauschige Knopfaugen am Bett – sofern man erwachsen und halbwegs konventionell-sexuell gepolt ist.

„Und du hast trotzdem bei ihm übernachtet?“ bringe ich raus.

„Ja.. ich wusste nicht, ob ich nicht überreagiere.“ gibt sie kleinlaut zu Protokoll.

„Mmmh.. naja. Hast du ihm schon mitgeteilt, dass sein nicht vorhandener Nesttrieb dich so gründlich abgeschreckt hat?“

Sie verneint, gelobt Besserung und nach kurzem Themawechsel sitze ich wieder allein mit meinem Skyr am Tisch. Ich betrachte den riesigen Skyrfleck auf der Tischplatte und frage mich zum wiederholten Male, was bei Menschen schief läuft, die keinen eigenen Nesttrieb entwickeln, egal wie lange sie allein sind und wie sie wohnen. Angeblich sollen Männer da ja grundsätzlich weniger empfindlich sein, aber ich kenne reichlich Gegenbeispiele, wo die Kerle definitiv ordentlicher und geputzter sind als die Mädels und beide Geschlechter völlig gleichberechtigt zu Klimbim und durchgestyltem Wohnen neigen.

Ich nippe an meinem lauwarmen Kaffee. Vielleicht ist es doch eine Frage der Persönlichkeit.

In diesem Moment klingelt das Telefon noch einmal.

„Ja?“

„Und weißt du was das schlimmste war?“ Ich zucke die Schultern, irritiert, und versuche, mich nicht an meinem Kaffee zu verschlucken.

„Er hatte zwar Flecken an den Wänden, Risse im Teppich und eine völlig verpekte Küche, aber seine Beleuchtung konnte er über seine Apple Watch und Smart Home steuern. Und rate, welche Glühbirnenfarbe er im Schlafzimmer in seine Tiffanylampe eingesetzt hatte.“

„Nicht im Ernst.“ Mir schwant Böses.

„ROSA.“

„Boah Mia.“

„Ja, oder?“

Das Telefonat endet mit einer stillen Schweigeminute für John; John, der eine Frau finden muss, die so unfassbar begeistert von seiner stimmgesteuerten rosa Schlafzimmerbeleuchtung ist, dass sie sogar die mit ihr kommunizierende Baddreckschicht adoptieren möchte.


(1) [Als wichtige HIntergrundinfo sollte man vielleicht erwähnen, dass Mia, ihres Zeichens wirklich smart und wenn auch eher unkonventionell so dennoch recht hübsch, ein fast so mieses Talent zur Männerfindung hat, wie ich. Wir beide schaffen es immer,  die besonderen Pflänzchen in einem Raum von  Normalos zu orten. Man sollte uns beim Geheimdienst beschäftigen. „Sagen Sie schon, wer kann’s nicht gewesen sein?!“ Dieses Mal hatte sie sich John angenommen. John, von mir liebevoll „Little John“ getauft, da der gute Mann der nur leicht überdurchschnittlich großen Mia bis etwa zur Nasenspitze reichte. Er war lieb, keine Frage, intelligent, sehr witzig, zugewandt und auch ein bis dato guter Konversionalist – sofern meiner einer das überhaupt beurteilen konnte – gewesen. Aber halt für mich als Riesin schon eher niedlich und irgendwie latent ein bisschen seltsam. Fand ich. Mia fand ihn total zucker und hatte ihn nach dem zweiten Treffen mit nach Hause genommen. Das zweite Treffen bei ihr hatte trotz großer Begeisterung bereits leichte Zweifel ob ihrer Kompatibilität aufgeworfen, aber auch das wurde erstmal zugunsten näherem Kennenlernen ignoriert. Irgendwie schwammen die beiden auch von außen betrachtet zunächst sehr auf einer Welle.]

(2) [Genau wie ich tendiert nämlich auch Mia dazu, an einen „Partner in Crime“, einen „Typen zum Pferde und andere Tiere stehlen“ und den „Typen aus meiner Vision letztens“ zu glauben. Anders als ich denkt sie aber, er könne auch in little John verborgen liegen. Ich bin mir sicher, dass sie damit größere Erfolgschancen hat als ich latent oberflächliches Wesen. Sie ist auch davon überzeugt, dass sie jedem, den sie auch nur ansatzweise geil findet, eine ausgedehnte Chance geben sollte, also Monatelang. Und so überraschte mich diese Nachricht, nach nur drei Wochen und dem gerade mal dritten Treffen schon ziemlich.]


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„Das Vorher“ und „Das Nachher“

Die meisten Vorher-Nachher Bilder zeigen „vorher“ das Maximum der Unvorteilhaftigkeit. Da steht dann eine in hautengen Kleidern oder  verkniffen-unglücklich in weißer Feinripp-Fettsack-Uniform gehüllte Gestalt vor einer weißen Wand, um die Unglückssituation nachhaltig zu betonen und die fleckige Gesichtsfarbe der Wandfarbe noch etwas mehr anzugleichen.

Im Kontrast dazu sieht man oft auf dem „Nachher“ eine breit grinsende Haselnussvisage, die in den neuesten trendy bunten Klamotten perfekt coiffeurt eine scharfe Pose hinwirft. Mein lieblings Hassobjekt in dieser HInsicht sind übrigens die Vorher-Nachhers von WeightWatchers und Bodydingsbums von Detlef D. Soisses. 

Der Denkfehler passiert nur da, wo sie ungefähr in JEDER Situation besser ausgesehen hätten, als vorher! Sogar im PASSBILDAUTOMATEN, denn der ist wenigstens richtig AUSGELEUCHTET.

Diese perfide Manipulation unbegeistert mich.

1. Scheint es keine guten Fotografen zu geben, die Moppelmenschen anständig fotografieren können. Und das halte ich für ein hartes Gerücht.

2. Macht es allen Moppelmenschen erstmal den Tag madig, weil sie stellvertretend lediglich als hässliches und ungeliebtes „vorher“ ungepflegt inszeniert sind. Nur „nachher“ ist die Fashioninszenierung wert. Bah.

3. Ist das ein billiger Trick, der meine Intelligenz beleidigt und mich persönlich keinesfalls motiviert hat!

Denn merke: In jedem dicken Mensch steckt ein dünner Mensch und zu viele Kalorien, insofern sind beide de facto DIESELBE PERSON und sollten mit demselben Maß an Respekt und Anerkennung behandelt werden.

Anyway, in diesem Sinne habe ich ein Vorher-Shooting mit einem befreundeten Fotografen gemacht, der mich zu Hause besuchte als ich noch mehr rummoppelte und mich auf meiner heimischen Küchencouch umgeben von Glitzerkissen fotografiert. Im Metalshirt, das mir leider etwa zwei Größen zu klein war. Von wegen der Vergleichbarkeit, im Oktober (am Ziel laut Konsequenzkalender) soll das nachher-Shooting also genauso ablaufen.

Da ich euch aber letzteWoche schon Vorher-Nachher versprochen habe und mein Versprechen halten will, kommt jetzt mein Vorher-Mittendrin-Ich-Hab-denselben-ollen-Pulli-an-guckt-mal-ob-ihr-was-erkennt-aber-ich-zieh-mich-nicht-aus-im-Internet – Foto.

Daten: Vorher (31.12.2016): 32 Jahre, 183cm groß, 103 kg, weiblich, zynisch.

VorhernnachherPulli.jpg

„Hinterher“ – was eigentlich „Mittendrin“ heißen müsste oder „nach dem ersten Drittel“ (03.04.2017).: 32 Jahre, 183cm groß, 89 kg, weiblich, sehr zynisch durch Wegfall der Schokoladenmediation.

Frappierendste Unterschiede im direkten Vergleich: 

  • Wegfall der geilsten Mädchenwinterschuhe wo gibt aufgrund akuter Sommerlichkeit.
  • Verbesserung des Fotografierungsvermögens, d.h. das Bild ist nachher wenigstens auch scharf.
  • Das Krafttraining hat dazu geführt, dass ich mein Handy mit nur einer Hand halten kann.
  • Ich schaffe es nicht, zweimal denselben Winkel einzunehmen.
  • Ich habe aufgeräumt und den Spiegel geputzt.

Und ich schwöre, das ist derselbe Pulli in derselben Größe! Ich bin nicht geschrumpft!