kuekensalat

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Es könnte alles so einfach sein…

Juni. Es ist manchmal warm und eigentlich will ich mich ja schon seit Wochen abmelden, weil es auf dieser schäbigen, freien Internetplattform ohnehin nur Kruppzeug gibt, das einem dreimal dieselbe Nachricht zur Kontaktaufnahme schickt – im Abstand von zwei Wochen.

Und dann – eine Nachricht, intelligent, anständige Rechtschreibung, netter Anschrieb – BÄM.

Es wird gesprochen, länger, mehr Nachrichten.

Playlists werden ausgetauscht und für annehmbar bis gut befunden. Es folgen spannende Diskussionen mit philosophischem Inhalt. Nach zwei Wochen Textmekka wird klar: Es muss ein Treffen passieren, selbst wenn man eigentlich die Nase voll hatte von Blind Dates, selbst wenn die Attraktivitässkala keinen gesteigerten Auswurf abgibt beim Betrachten des Profilbildes, mehr als ein: „OK“ kommt da nicht.

Aber die geistige Ebene stimmt, die Musik stimmt, die Filme, Kunst, Kultur, Vorstellung davon, wie eine Beziehung zu sein hat – alles scheint wie von Geisterhand festgeschrieben im Gewebe der Welt um diesen einen Menschen hervorzustricken.

Fünfzehn Uhr, es ist warm, aber bald soll es regnen. Ich denke, ich könnte underdressed sein, wärmetechnisch. Auf den letzten Metern zum Treffpunkt verschmilzt das Bild mit dem echten Bild: Groß, lockiges Haar – jedoch nicht blond, sondern grau, das etwas schräge Lächeln weniger charismatisch als schräg, die Hände mit langen, schmalen Fingern und er, der bisher so farbenfroh und spannend klang wirkt auf einmal wie ein ausgebleichtes Polaroid.

Und so folgt am Ende des Dates, das doch ein paar Stunden dauert, denn man kennt sich ja, auch ein zweites. Und auch ein drittes und dann die Erkenntnis:

Es könnte alles so einfach sein. Isses aber nicht.

Und egal wie sehr man will – wenn es nicht kribbelt, dann hilft auch keine Ahoibrause.

 

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The Train Song

Intro: Ich im Zug.

Man lächelt, zu scheu, den anderen anzusprechen. Könnte ja awkward werden, wenn man jeden Tag zusammen zur Arbeit fährt und nen Korb kassiert hat.

Dann, irgendwann der absichtlich später genommene Zug, die erste Kontaktaufnahme, Nummern austauschen, Date abmachen. Alles kribbelt, ich sehe aus wie ein Lobster.

Erste Strophe: Prima. Etwas seltsam, dass der junge Mann bereits auf die Idee kommt, es sei ja ungewöhnlich, dass so eine große Frau sich für einen Mann seiner Statur (etwa 10cm kleiner) interessiere. Ich zucke die Schultern. Wayne.

Zweite Strophe: Mir wird das Statusfahrzeug vorgeführt. Der Spaziergang am Meer featured heißen Tee und seltsame Geschichten über erste Lieben. Es bleibt irgendwie spannend.

Chorus: Mir wird immer mehr klar, dass der Mann meine Aussage „Ich habe wenig Zeit.“ nicht ernst nimmt. Blöd für ihn, meine Mädels haben gerade Abitur geschrieben, das muss halt eben korrigiert werden und dauert seine Zeit und nein, da ist eben dann kein spontaner Tagesausflug drin. Sorry. Ja, finde ich auch uncool. Und jetzt hör auf, mir indirekt Vorwürfe zu machen – wir kennen uns seit zwei Wochen!

Dritte Strophe: Wir treffen uns wieder und es ist wirklich nett, ich erfahre Dinge, die mich interessieren, scheine gleichzeitig ein exotisches Wesen Frau zu sein, das nicht eifersüchtig, tyrannisch, hysterisch ist. Was ist da los? Will ich das ausbaden?

Vierte Strophe: Ich auf dem Wege zu einer Hochzeit und tadaa, es gibt halbnackte Fotos vom Strand mit der Ansage: Wär so schön, wenn du da wärst. Ja, okay. Hilft halt nix. Auf Hochzeiten ist das Handy abgemeldet, doch anscheinend hat Herr das nicht mitgekriegt, denn obwohl man nicht mal liiert ist, erfahre ich zornige Nachrichten in der Nacht. „Dein Ernst?“ Ja. feiern ist mir ernst.

Refrain: Und dann kommt das Mimimi, denn ich schreibe nicht Guten Morgen oder Gute Nacht, ich schreibe ohnehin recht wenig, denn was soll ich sagen, ich stehe nicht auf Stress. Und ich auf einer Ausstellungseröffung und er: „Ich hasse mein Leben, Beziehungen kann ich nicht.“ und meine Eierstöcke: „Wuuuuuaaaaaaahhahhh…“ Und ich so zu meiner Besten: „Wuuaaaaaaaahhh..“ – endlich sind meine Eierstöcke und ich uns einig.

Fünfte Strophe: „Wir müssen reden.“ – „Unsere Kommunikation gefällt mir nicht.“ „Nein, nicht darüber…“ Und dann: Tränen, Gefühlsausbrüche, Opferrolle „Aber alle anderen wollen sich nur schminken und sind Tussis und ich will nicht mehr allein sein.“ Und ich so: „Das ist das Problem. Du willst nicht mich, du willst irgendeine Beziehung und ich will nicht irgendeine Beziehung. Ich will einen Partner in Crime.“

Sechste Strophe: „Ich habe ein Lied für dich aufgenommen. Bitte lies nur diese eine Nachricht, hör diese eine Aufnahme noch.“ „I’m sorry, but no.“ „Aber wir haben uns doch so gut verstanden.“ Ja, das reicht aber nicht. Ich kann dich nicht glücklich machen, glücklich musst du schon alleine sein.

Outro: Ich, im Zug. Es ist awkward.