kuekensalat

Dieser Blog ist total wichtig.


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Juletide

Frohes Neues!

Heute beginnt ein neuer Jahreszyklus, die Tage werden wieder länger und  endlich geht es auch mit allem anderen wieder von vorn los: Schlaf, Wachstum, Frucht und Sterben.

Ein guter Moment, um innezuhalten und sich zwei Dinge zu fragen:

A) Was wäre das bestmögliche Leben für mich in 10 Jahren?

B) Was hält mich davon ab und wie kann ich das überwinden?

Wenn ihr B mit „nichts“ beantworten könnt, seid ihr wahrhaft glückliche Menschen, weil ihr schon da seid, wo ihr hin wollt. Wenn ihr A mit „weiß ich nicht“ beantworten müsst, ist es Zeit, ein bisschen zu meditieren und euch klar zu machen, dass dieses Leben endlich ist. Ihr habt nicht ewig Zeit zu tun, was euch wirklich bewegt.

Ich weiß, dass ich mir heute Zeit nehmen werde, A ausführlich zu eruieren und B ehrlich zu ergründen.

Wenn ihr, so wie Michelle Poler, Angst als Hauptgrund eurer fehlenden Erfüllung identifiziert habt, empfehle ich euch das liebevolle und gründlicht Studium ihres wunderbaren Experiments 100 days without fear.

And now: Go for it!

 

 

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Gelogen

Diesen Text habe ich in Gedanken an einen Poetry Slam geschrieben, stellt euch also vor, er würde vorgelesen. 😀 😉

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Ich, 26, gertenschlank und wunderschön,
warte darauf, dich – maximal 36, athletisch, zu sehen.
Meine Hobbies sind Sport und Maniküre, ich verdiene mein Geld mit Instagram
und wenn du mir cool genug bist, sage ich dir sogar meinen Instanamen.
Und wenn du mein Freund wärst, bekämst du ein eigenes Hashtag
Sowas wie BigLove oder BestDick oder
– ach Dreck.

 

Ich, 30, mittelmäßig mittellos und mittelmäßig freundlich suche dich,
mittelmäßig sorgenfrei und auf jeden Fall verlässlich.
Ich mag Spaziergänge, Kino, Freunde treffen und ich lese Bücher.
Ich hoffe das ist öde genug für dich, sonst gehst du doch nur wieder.
Ich trage Kleidung von C und A und ess‘ gern bei Va Piano,
aber wenn du keinen Knoblauch magst, ist das auch ok so.
Den lasse ich dann weg, dann könnten wir uns küssen.
– was wir aber auch nicht müssen.

 

Ich, 33 und oft schlecht gelaunt,
habe mir Typen mit einem großen Herzen erträumt.
Ich kann jede Menge Zeug, genug zum Überleben.
Nur Mathe würde ich gerne an dich abgeben.
Steuererklärungen und all sowas, die kriege ich geregelt
und überhaupt brauche ich gar nichts von dir, am wenigsten dein Geld.
Aber Liebe wär schön, Liebe ist mir schon wichtig
und Diskussionen auf Augenhöhe oder vielleicht auch..
– ach geht auch nicht.

 

Ich bin alt und groß und mag jede Menge Zeug,
Star Wars und Malen und Joggen im Wald,
ich liebe Katzen und spielen und ach ja – ICH BIN ALT.

Ich will Kinder und Tiere und ein altes Haus
mit nem Esel im Garten und du guckst da raus.
Ich will Spaß und jemanden, der mich verträgt
der meine Art von Wahnsinn freiwillig wählt,
der mag, dass Gedichte über ihn existieren,
den Otter genauso wie mich faszinieren,
der gut ist im Bett – zumindest für mich-
für alle anderen ist das dann nebensächlich,
den ich anhimmeln kann weil er großartig ist,
der auch mal seine Freunde vermisst,
der sich durchsetzt, wenn wir den Schrank aufteilen
und zwar ohne darüber lange zu heulen,
der beleidigt ist, wenn ich unmöglich werde
und darüber spricht, damit ich daraus lerne.
Der fair ist und uns eine Chance gibt
und sich wirklich aufrichtig in mich verliebt.

 

Ich, 33, gehe jetzt einen Trinken.
Und wenn das Leben es gut mit mir meint,
wirst du mich dort schon finden.

 

 


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Echt

Ich habe dich gesehen, und ich dachte, du wärest echt.  Und jetzt gibt es uns und eigentlich gibt es uns nicht. Denn vor lauter Angst davor, dass etwas Leichtes echt wird und weniger leicht, aus lauter Vergangenheit voller Menschen, die nicht ich sind und die nicht jetzt sind, machst du lieber nur etwas Trauriges aus dem, was stattdessen echt sein könnte.

Du hast Angst davor, etwas zu verpassen, nicht richtig eskaliert zu sein, dich nicht ausgelebt zu haben. Und anstatt los zu gehen, zu eskalieren und dich auszuleben – hast du wieder Angst. Willst nicht loslassen, was da ist – obwohl es erklärt nichts ist.

Du sagst „Ich will keine Beziehung.“ und ich sage: „Was ist denn hieran keine Beziehung?“ und du – du schweigst. Weil du kein Lügner bist.
Und trotzdem hast du Angst, dass wenn du es so nennst, dein Gehirn einen mysteriösen Wunderschalter umlegt und alles, was bis hierher großartig und schön war, auf einmal nur noch erdrückend und eng wird. Angst, dass ich mysteriöse Eifersucht und Kontrollwahn entwickle, Angst, dass ich dich morgen in einem weißen Kleid vor den rosengeschmückten Altar schleppe und dir mit vorgezogener Waffe das „Ja, ich will“ aus den Lungen presse, augenblicklich Drillinge gebäre und dich dazu zwinge, mit mir Vorhänge auszusuchen. Dabei sind mir Vorhänge total egal.

Und auch wenn es sich anfühlt wie sterben, lasse ich dich gehen.

Jetzt kannst du tun, was ich schon hinter mir habe. Du kannst eskalieren und dich ausleben. Du kannst dich betrinken um morgens am See gefühlt tiefgefroren mit nassen Füßen und einem Lappen im Gesicht wach zu werden. Du kannst mit irgendwem irgendwann in irgendein Bett sinken und dich am nächsten Morgen hundeelend in deinen verräucherten Klamotten aus der verpekten 5er WG schleichen und versuchen, während des Nichtkotzens nicht in Kotze zu treten. Du kannst am Joint am Eingang ziehen, hinter den Klos ohnmächtig werden und dann von den Bullen mitgenommen werden. Du kannst ganz allein bekloppte Dinge tun, dich tätowieren lassen und dir die Haare abrasieren. Du kannst alleine reisen und tausende von Leuten kennenlernen, die du auf Facebook addest und irgendwann mit dem Gedanken „Who’s that?“ wieder löschst. Du kannst in Strip Clubs gehen und den Mädels Geld in den String stecken und dich eklig fühlen und du kannst die Kleine an der Theke kennenlernen und am Ende des nächsten Abends vom mittelmäßigen Sex halbwegs gesättigt auf ihrem Bauch einschlafen. Und dann wirst du feststellen, dass eskalieren geil ist und wie sehr es befreit, sich auszuleben. Und du wirst eine ganze Zeit nicht genug davon bekommen. Und du wirst lange denken: „Das, das hier wollte ich.“

Es dauert nur einen Augenblick, nur eine Nacht, nur eine Zeit und dann ist es wieder vorbei und die Namen verschwimmen und die Nächte bleiben als Teppich aus Dunkelheit, Lichtern und Erinnerung zurück und werden immer weniger, was du brauchst, obwohl du sie vielleicht noch willst.

Und dann wachst du irgendwann neben ihr auf und wünschst dir, diese hier würde bleiben. Diese hier würde es meinen, wenn sie mit dir schläft. Diese hier würde es fühlen, wenn sie dich anlächelt, diese würde sich wirklich für dich begeistern.

Wünschst dir, so wie ich es mir jetzt wünsche, diese hier wäre echt.