kuekensalat

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Vleisch

9 Kommentare

Über Veganer kann man ja denken, was man will. Und ich bin definitiv nicht die Person, die Ernährungsdiskussionen anfängt. Ich bin vielleicht die Person, die ihre Prinzipien vertritt und Gründe nennt, wenn sie mit „ABER WARUM?“ abgenervt wird, aber ich springe nicht aus der Speisekammer und ramme jemandem eine sechs Kilo Gurke in den Hintern, wenn er gerade von der Salami nascht.

Was mich allerdings endlos abnervt, sind Menschen, die Veganer für unfassbare Missionare halten, die Fleischfressern gegenüber intolerant sind und selbst sind es diese Fleischfresser, die dann sagen: „Jetzt stell‘ dich nicht so an, das bisschen Speck“, „Ich habe einen Braten gemacht, den wirst du doch wohl probieren!“, „Mach‘ doch mal eine Ausnahme.“, „Woran erkennt man einen Veganer – Er erzählts dir, hahahaha!“

Letztlich so in meiner Familie geschehen. Ich – seit einem halben Jahr Pflanzenfresser – komme mal heim und was wartet auf mich? Ein vier Kilo Roastbeef-Massaker und etwas Ofengemüse im Bratenjus.

Ich habe dann Kartoffelbrei gegessen. Zum Glück ohne Butter gemacht, sonst hätte ich gefastet. Aber mal ehrlich: Wie schwer kann es sein, die Entscheidungen eines Familienmitgliedes zu respektieren? Und wie weh tut es, das Gemüse vielleicht nicht im Bratenjus zu backen, eventuell eine von sechs Tüten Chips ohne Bacon oder Cheese and Onion Geschmack zu kaufen und neben dem Wurst- und Käsebuffet für die ganze Familie auch noch eine Marmelade zu besitzen?

Wäre ich allergisch, würde meine Familie mich anscheinend umbringen wollen. So wollen sie mir anscheinend nur deutlich zeigen, wie wenig sie meine Entscheidungen und Wünsche respektieren. Dabei hatten sie so gut angefangen, als wir das letzte Mal zusammen zum Essen aus waren.

 

 

 

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Autor: kuekensalat

My favourite word: unapologetic. • Lehrkörperin • Fitnessgurke statt -Guru • Nobody knows what they're doing, I'm just being honest about it.

9 Kommentare zu “Vleisch

  1. Schade, dass sie deine Entscheidung nicht ernst nehmen. Umso toller, dass du sie trotzdem durchziehst! Irgendwann werden sie sie wahrscheinlich akzeptieren. Vielleicht naserümpfend, aber das ist man als Veganer gewohnt. 😉

  2. Oh man, wie nervig! Ich glaube, dass unsere Generation da flexibler und aufgeschlossener gegenüber ist. Es kommt halt auch immer drauf, in welcher Kultur man aufgewachsen ist. Und ich glaube, im Alter wird man sowieso inflexibler.

  3. Ich bin Fleischfresser. Aber ich respektiere die Art und Weise wie andere essen… und solange mich keiner bekehren will, tausche ich mich gerne aus. Ich will mich nicht für meine Ernährung rechtfertigen müssen und erwarte es auch von andere nicht. Ich nehme Tipps gerne an, solange sie nicht begleitet werden von: es wäre aber viel besser/gesünder, wenn du …. dann bin ich sowas von raus… Rezepte würde ich gern annehmen… es muss auch nicht jeden Tag Fleisch sein

    • Ja, eben, jedem das Seine. Ich tue doch echt niemandem damit weh! Ich sehe es so: So lange mir niemand meine Ernährung madig macht, nerve ich auch niemanden damit. Aber wenn jemand anfängt mit mir zu diskutieren, dass man Fleisch essen muss oder der Ökologische Aspekt ja gar nicht so groß ist, die Tiere nicht leiden blablabla, dann atme ich einmal durch und frage „Willst du das wirklich besprechen?“ und wenn es dann weitergeht, dann kommt die informierte Keule aus zehn Jahren Ernährungsinfos, Studien und Klimaschutz. Aber das kann man bei mir sehr einfach umgehen. Einfach nicht anfangen. 🤷‍♀️

      • Eben. Ich will mir kein schlechtes Gewissen machen lassen, egal in welcher Hinsicht… also halte ich bei anderen die Klappe… leben und leben lassen

      • Ich finde das fällt in dieselbe Kategorie wie ungefragt Beziehungstipps geben. 😂 Und ich bin bestimmt keine Heilige mit meinem Auto und da will ich auch nicht, dass sich jemand hinstellt und mich volllabert wenn ich nicht signalisiert habe, dass mein Auto mich eigentlich unglücklich macht und es ich überlege, keins zu haben.

      • Exakt… man hat seine Gründe, warum man etwas macht oder nicht… und ich will mich da nicht für rechtfertigen müssen.

  4. Meine Familie und meine Partner unterstützen meine Nahrungsmerkwürdigkeiten sehr liebevoll.
    Mir ist so ein Bekehrenwollen auch noch nie passiert – im Gegenteil, es wird bei allen Gelegenheiten gefragt, was man als Alternative für mich anbieten kann. Total super.
    Hingegen gibt’s den Klischee-Sendungsbewusstseins-Veganer anscheinend tatsächlich – wie mein Liebster letzte Woche feststellen durfte … https://madamegraphisme.wordpress.com/2018/11/05/kein-herz-fuer-rinder/

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