kuekensalat

Dieser Blog ist total wichtig.


12 Kommentare

Freiwillig Single

Seit meinem Geburtstag bin ich nun nicht mehr Anfang sondern Mitte dreißig und gehöre damit offiziell dem Club der „Langzeitsingles Mitte 30“ an. Ich breche schon ein bisschen in meinen Mund wenn ich das nur lese. Buargh.

Eine Kollegin von mir – verheiratet, zwei Kinder –  sagte letztens mitfühlend (hier anstrengende Stimme einfügen): „ALSO ich kann mir nicht vorstellen, wie es DIR geht, aber ICH habe für mich eine Trennung ausgeschlossen, weil ich bei dem Gedanken, Mitte 30 alleine zu sein schon Panik kriege. Auch wenn meine Ehe nicht so stabil ist.“

Atmen, dachte ich, atmen.

Dann dachte ich: „Als ob ich freiwillig Single wäre.“

Und dann dachte ich: „Nah, eigentlich bin ich freiwillig Single.“

Denn seien wir mal ehrlich: Ich bin lieber Single und gut drauf, als verheiratet und Workaholic, weil die Ehe so beschissen ist. Und ich bin lieber Single und gut drauf, als in einer quatschigen „Beziehung“ mit Mr. Ich-kann-mich-nicht-einlassen-und-bin-in-einer-Findungsphase (37) oder Ich-habe-mich-gerade-getrennt-und-muss-noch-mal-rumbumsen-will-aber-eigentlich-meine-Frau-zurück-in-einer-offenen-Ehe (33) oder Ich-habe-zwei-Kinder-aber-ich-habe-keinen-Sex-mehr-mit-meiner-Frau (32).

Trotzdem wünsche ich mir manchmal, Menschen würden einfach aufhören, mir Tips geben zu wollen, insbesondere meine Familie. Hier übertrafen sich verschiedene Mitglieder gegenseitig mit den Worten:

„Wenn ich nicht mit 35 Kinder bekommen hätte, wäre der biologische Ticker mit 42 auch vorbei gewesen, du musst nur so lange durchhalten, dann geht das weg.“

und:

„Stell viele Fragen und rede nicht so viel, erst recht nicht über dich selbst. Dann sind die Männer davon überzeugt, dass du eine ganz tolle Gesprächspartnerin bist und fühlen sich gewertschätzt.“

und:

„Naja, du wirkst halt nach außen viel härter als du bist, das enttäuscht bestimmt viele, wenn sie dich näher kennenlernen.“

 

Ich sage dazu: Vielen Dank, liebe Familie und liebe Kollegin. Ich bin gerne freilwillig Single, bis ich jemanden kennenlerne, der passt und für den ich mich nicht verstellen, klein machen, weich machen, hart machen, im Zölibat leben, grundsätzliche Prinzipien brechen oder mich irgendwie sonstwas verbiegen muss. Und wenn das nie passiert, dann bleibe ich gerne  Single und schlage mir weiter mit zu viel Jägermeister und meinen anderen Singlefreunden die Nächte um die Ohren bis die Wolken wieder Lila sind.

 

 

Advertisements


Hinterlasse einen Kommentar

The Bucket List

„Nana reist jetzt nach Thailand. Für ein Jahr. Ich könnt‘ sowas ja nicht, darauf hätte ich gar keine Lust. Und auch so warm da..“ erzählt meine Kollegin in einwandfreier Lautstärke im LZ (Lehrerzimmer) und die sie umgebende Hühnchenschar winkt ab.
„Nee, also sowas machen doch nur Leute, die sich zu Hause nicht wohl fühlen.“ gibt eine andere Kollegin, Mitte 40 zu bedenken.
Ich sitze drei Tische weiter und bin eigentlich seit „Ein Jahr“ und „Thailand“ schon ausgeklinkt.
Wie geil, so eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht und einfach mal ein Jahr weg – ich seufze in mich hinein.

Zugegeben, die Möglichkeiten für Lehrer sind denkbar gut, aber eben sehr unflexibel. Als Beamter stehen zwischen einem und den Lebensträumen immer mindestens sechs Passierscheine A38 in vierfacher Ausführung stellen darf man den Antrag auch erst, wenn man schon zehn Jahre im Dienst ist.

Das ist mir allerdings schnurz. Kaum bin ich zu Hause, google ich gründlich nach Möglichkeiten für lange Reisen und alle anderen Ideen, die mir so kommen. Diese sind denkbar bürokratisch. Entweder ich warte bis ich 38 bin, stelle dann einen Antrag und warte noch zwei Jahre in denen ich weniger verdiene, um dann mit 40 ein Jahr bezahlten Urlaub zu machen ODER ich stelle jetzt einen Antrag auf Urlaub ohne Bezüge und muss mich dann von nichts privat vollversichern und kann definitiv nicht zurück an meine alte Schule ODER ich bewerbe mich auf eine Auslandslehrerstelle an einer Deutschen Schule irgendwo. Es kann natürlich sein, dass ich dann nach Hinterposemokel komme und bis zu sechs Jahren dort bleiben muss – aber naja. Die Möglichkeit besteht. Und da ich ja anscheinend das männliche Geschlecht nach wie vor vor allem einzuschüchtern scheine (haha!) und die Aussicht auf Familie denkbar gering ist, ich aber mitnichten hier herumsitzen und auf Mr. Right warten werde, muss ich mir wohl irgendwas davon aussuchen. Hach, so isset halt im Leben. Haste das, willste das und willste das, kriegste was anderes.
Egal.

In diesem Zuge habe ich meine recht lange Bucket List ebefalls einer strengen Sichtung unterzogen.Nächstes Jahr könnte ich die folgenden Punkte abhaken:
1 – Wale sehen
2 – Motorradschein machen (die Theorie habe ich immerhin schon fertig)
3 – USA Tour (Philadelphia, Chicago, New York) Teil 1
4 – 10 km Lauf mitmachen (zum 2. Mal)

In diesem Sinne „I’m back on the road again..“