kuekensalat

Dieser Blog ist total wichtig.


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Juletide

Frohes Neues!

Heute beginnt ein neuer Jahreszyklus, die Tage werden wieder länger und  endlich geht es auch mit allem anderen wieder von vorn los: Schlaf, Wachstum, Frucht und Sterben.

Ein guter Moment, um innezuhalten und sich zwei Dinge zu fragen:

A) Was wäre das bestmögliche Leben für mich in 10 Jahren?

B) Was hält mich davon ab und wie kann ich das überwinden?

Wenn ihr B mit „nichts“ beantworten könnt, seid ihr wahrhaft glückliche Menschen, weil ihr schon da seid, wo ihr hin wollt. Wenn ihr A mit „weiß ich nicht“ beantworten müsst, ist es Zeit, ein bisschen zu meditieren und euch klar zu machen, dass dieses Leben endlich ist. Ihr habt nicht ewig Zeit zu tun, was euch wirklich bewegt.

Ich weiß, dass ich mir heute Zeit nehmen werde, A ausführlich zu eruieren und B ehrlich zu ergründen.

Wenn ihr, so wie Michelle Poler, Angst als Hauptgrund eurer fehlenden Erfüllung identifiziert habt, empfehle ich euch das liebevolle und gründlicht Studium ihres wunderbaren Experiments 100 days without fear.

And now: Go for it!

 

 

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10 Dinge, die dir keiner sagt, die passieren, wenn du abspeckst

Immer wieder lese ich auf einschlägigen Seiten von der Motivierungsarie der „10 Gründe“, das heißt, man soll sich zehn Gründe aufschreiben, natürlich positiv formuliert, weshalb man abnehmen will und 10 Gründe, natürlich so gruselig wie möglich, weshalb fettbleiben kacke wäre.

Ich habe definitiv auch so eine dumme Liste gehabt, auf der so Sachen standen wie: Ich bleibe gesund, mein Knie ist froh, ich passe in diese oder jene Klamotte, ich kann Handstand üben, ohne dass mir mein Bauch ins Gesicht fällt.. Aber niemand sagt einem, wie es wirklich ist, abzunehmen.

Deswegen mal eine Liste von zehn Dingen, die mir vorher keiner gesagt hat:

  1. Du säufst wie ein Pferd.

Wenn du erfolgreich abnimmst, reduzierst du Kalorien. Und ein Regler, an dem man schrauben kann, damit man Hunger und Durst unterscheiden lernt, ist einen von beiden zu eliminieren. Durst ist da die einfachere Variante.

Früher habe ich gut und gerne mal einen Liter, vielleicht auch anderthalb, den Kaffee mitgezählt, getrunken. Seit ich auf 1000 Kalorien lebe und mehr Tage die Woche Sport mache als nicht, trinke ich im Schnitt drei Liter Wasser am Tag, manchmal auch dreieinhalb. Und das muss halt auch wieder raus.

You get the picture.

2. Besuch verhungert.

Wenn mein Besuch abends zum Essen kommt, ist alles gut. Aber morgens zum Frühstück wird es dann schon etwas haariger, denn ich besitze kein Brot, keine Butter, keinen Käse und keine Marmelade, keine vollfette Milch und keine Kekse. Und nicht jeder frühstückt gerne Haferflockenpfannkuchen, Omelette oder Skyr mit Erdbeeren. Damn.

3. Rebell Adé.

Früher habe ich oft nichts als ein Mappentäschchen in die Schule geschlörrt, mir am Bahnhof ein bis drei fett belegte Pizzataschen mit extra Sahnesoße gekauft oder die Cafte geplündert und bin dann fett und vollgefressen wieder heim gefahren. Definitiv hatte ich oft kein Frühstück dabei, geschweige denn Mittag. Pah. Mittag. Getrunken habe ich Kaffee, wie ein guter Pädagoge.

Jetzt – und es ist mir fast peinlich, das zu schreiben – muss ich einen Rucksack mitnehmen, wenn ich lang habe, weil ich sonst mein Essen und Wasser nicht mitkriege. Und ich koche manchmal extra noch abends, weil ich sonst morgen nix zu essen habe in der Schule, was in meinen Plan passt. Und da schnippel ich lieber noch ne Viertelstunde Grünzeug und werfe es in einen Topf um es zu schmoren, als am nächsten Tag irgendwas zu essen.

4. Das schlimme T.

Nie hat mich Tupper interessiert. Scheiß auf Tupper, das kaufen nur frustrierte perfektions-Hausfrauen, die sich aufgrund akuter Ungebumstheit eine Ersatzbefriedigung suchen müssen.

Boah ist meine Tupperdose mit Schnappverschluss, tropfsicher, ein Segen für mein Morgenskyr.

5. Neue bekloppte Spitznamen.

Wenn man meinen Kühlschrank öffnet, sieht man einen Dschungel aus Gemüse. Gemüse. Gemüüüüüse. Noch mal. Gemüse. Und Fisch, Fleisch und Skyr. Manchmal auch Magermozzarella. Achja, und ich brauche mittlerweile zwei Schalen für meine Obst- und Gemüselagerung auf dem Tisch.

Also habe ich ob meiner Größe und Ernährungsgewohnheiten mittlerweile den liebevollen Decknamen „Giraffi“ erhalten. Thanks Boys..

6. Man muss anders waschen. 

Eine erstaunliche Entwicklung meines Körpers ist die, dass er natürlich, da trainierter, weniger schwitzt im Alltag. Auch ein T-Shirt, das ich sonst nur einmal getragen habe, geht heute zwei Tage. Dafür mache ich aber fünf Tage die Woche Sport – und das muss ja auch gewaschen werden. Damn.

7. Andere Menschen begegnen mir mit zwiespältigem Lob.

(Dazu muss ich sagen, dass ich noch BMI-mäßig im Übergewicht herumdümpele und es bis zum oberen, optimistischen Rand des Normalgewichtes noch fünf Kilo sind. )

Die besten Beispiele sind dafür: „Hörst du auch noch mal wieder auf damit?“

Nach einem Blick auf meine – natürlich noch recht runden – Hüften: „Naja, die Verteilung ist eben Genetik, da kann man nicht einfach was wegjoggen.“ (Genetik. Einfach. Wegjoggen. Ohne Worte)

Und: „Aber nicht, dass du sportsüchtig wirst.“ (Pathologisches Lexikon raushol. *blätter* Nein. Nein, ich denke nicht. Laut Definition bin ich vielleicht neurotisch, aber nicht sportsüchtig.)

Siehe oben, nur mit „magersüchtig“ und auch da muss ich sagen: Fuck you big time.

„Ich finde ja ein bisschen mehr schöner.“ (Honestly, der Spruch ist so schlimm. Erstens: Schade für dich, umso besser für mich. Zweitens: Ich habe immer noch Übergewicht. Soll ich das definieren oder geht’s?)

8. Bewegung wird lebenswichtig(er)

Früher habe ich bei Aggression gewählt zwischen der Kalaschnikow und der Sahnetorte und mich meistens für die Sahnetorte entschieden, selbst wenn ich die Kalaschnikow quasi schon geladen und entsichert hatte.

Heute gehe ich einfach laufen. Also, alle mal lieb dem Dr. Marquart danken. Danke, Dr. Marquart. So. Weiterlaufen.

9. Man gibt viel Geld aus für Zeug, das man nicht erwartet hat. 

Zum Beispiel für Anmeldungen für den Hannover Marathon, Laufschuhe, Laufleggins, Sporttops, feste Tupperdosen aus denen nichts herausläuft, Müslibecher, exotische Gemüsesorten, neue Unterwäsche, weil alle BHs aussehen wie große Schalen mit kleinen, schrumpeligen Äpfelchen drin. *hoil*

10. Man wird ein unfassbar einfacher Partygast.

Auf 1000 Kalorien und bei meinem Sportregime vertrage ich nämlich original gar nichts mehr. Drei Bier und ich sitze gröhlend in der Ecke und unterhalte mich angeregt mit dem Hutständer. Außerdem esse ich ja fast nix vom Buffet, will of steel und so. Haha.

 

Und weil ich mich SO geehrt gefühlt habe und es so unfassbar cool finde, gefeatured worden zu sein, feature ich nun zurück: Noch mal ganz vielen lieben Dank für die Ehre an Marc Winking, der den unregelmäßigsten aller mäßigen Blogs voller Verve auf seinem gut gepflegten Portal als BLOG DER WOCHE ausgebreitet hat: https://kochkatastrophen.blogspot.de/2017/03/abnehm-blog-der-woche-kuekensalat.html

❤ Und weil er sich über mangelnde Vorher- Nachher-Bilder ausgelassen hat (natürlich nur objektiv-beobachtend), verspreche ich hiermit, nach meinem Results 12-Wochen-Plan (also in einer Woche) mal ein vorher-nachher meiner ersten drei Monate zu posten. Hand drauf!

 


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Nachtkuchen

Die Muse muss gezwungen werden, hat man mir gesagt. Und ist sie nicht willig, so sei halt gewalttätig. Es gäbe viel, worüber es sich zu bloggen lohnen würde, alles Dinge die so unerheblich sind, dass sie vor den roten Fäden und großen Geschichten der Welt einfach verblassen.

Da wäre zum Beispiel der Japanese Cheesecake, der – angeblich hart Diätfreund, aber de facto doch 370 kcal pro Achtel – gestern das erste Mal das Licht meines Backofens erlebte und sich protestierend ob der Herzchenform (ich hatte sonst keine, die in meine Auflaufform gepasst hätte) in den ich ihn presste, innerhalb von beachtlichen drei Minuten von einem fluffigen Ball in einen platten Pfannkuchen verwandelte. Schmeckt trotzdem.

Da wäre auch die Unmöglichkeit unausrottbarer verliebter Paare, die sich besonders um Valentinstag demonstrativ und permanent im Zug das Gesicht abschlecken und Menschen mit vergessenen Kopfhörern so durch ihre Schmatzgeräusche in den Wahnsinn treiben. 

Oder die Erkenntnis, dass -1 Grad zum Joggen ne top Temperatur ist – so lange man wasserfeste oder gar keine Wimperntusche an und Taschentücher dabei hat und es einem nichts ausmacht, dass jeder der einem begegnet denkt, man renne seinen Problemen davon. *hoil* 

Und das Fundstück der Woche: Papierherz. Ist zwar diabetiserzeugend auf Hochzeiten als Konfetti, aber kacke zu fegen.


Und die letzte Erkenntnis: Sport wird dadurch besser, dass man ihn macht. In den letzten Wochen (Jetzt Woche 7 in Results) habe ich nicht nur meistens fünf Tage die Woche meine Workouts absolviert und irgendwie Zeit dafür gemacht, sondern auch das Joggen wieder für mich entdeckt. Es muss einfach gemacht werden und je länger ich an dieser Umstellung arbeite, desto klarer wird eine unwiderrufliche und unverrückbare Wahrheit: Es gibt keine Alternative. Ich schnaufe nicht mehr, ich schwitze morgens nach der Zug/-Fahrradfahrt zur Arbeit nicht mehr wie ein Schwein, ich kann die Treppen zwei auf eins hochjumpen wenn ich zu spät dran bin, passe wieder in meine Skinny Jeans und das letzte Gürtelloch, habe eine Haut wie schon seit dem Absetzen der Pille nicht mehr und eine Laune, die manche schon als gruselig bezeichnen würden. Mich eingeschlossen. Fuck Yeah. 

(-9 kg seit Weihnachten)


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Die Beerdigung

So, den Deprilappen könnt ihr gleich wieder weglegen. Depri wird’s nur ein bisschen. Haut mich nicht dafür, wenn ich das so frei sage.

Da dies ja ein Blog der Lebensgeschichten ist, sollte an dieser Stelle die meines entfernten Familienmitglieds erwähnt werden, welche leider bereits vorbei ist. Mit nicht mal 50. Ich finde das zu fucking früh.

Was macht man also jetzt damit, mit dem Schock, den traurigen Paten, der Erkenntnis? Man geht natürlich zur Beerdigung, schaut sich den Kranz an, auf dem „Lebewohl, deine Eltern“ steht und fühlt sich, als hätte jemand etwas sehr Schweres mit Widerhaken in der Magengegend vergessen. Terry Pratchett hat mal gesagt: „(..) no-one is finally dead until the ripples he caused in the world die away..  The span of someone’s life, they say, is only the core of their actual existence.“ Ich möchte das auch gern glauben.

Und so kam natürlich im Kreise der noch Lebenden und Atmenden auch das Gespräch auf die anderen bereits verstorbenen Menschen und ihre jeweiligen Beerdigungen. Ich fühlte mich nach kürzester Zeit wie im Beerdigungs-Feuilleton der HAZ – was geht, was ist schlechter Stil, sollte die Beerdigung ein letzter Lacher oder eine gänzlich für die Hinterbliebenen gestaltetes Ereignis sein?

Während der Diskussion starrte ich irgendwann diätgebeutelt hungrig und etwas neben mir auf die Lachsschnittchen und sah vor meinem inneren Auge, wie es irgendwann mal aussehen wird, wenn ich das Zeitliche segne..

  1. Kleiderordnung: Alle tragen bitte irgendwas, in dem sie mich kennengelernt haben oder womit sie eine gute Erinnerung mit mir verbinden. Vermutlich wird das bei den meisten meiner Freunde eh schwarz – Gruftis sei Dank – aber auch Netz und Nieten. Yay! Muss: bunte Hüte!
  2. Bibelzitate: Ich möchte Zitate von Terry Pratchetts TOD. Ein düster vorgetragenes „He said that there was death and taxes, and taxes was worse, because at least death didn’t happen to you every year.“ tröstet mehr als „Sei ihrer Seele gnädig.“
  3. Grab- und Urnenschmuck: Da ich eh im Friedwald verstreut werden will, wird sich das vermutlich erübrigen, aber falls es doch welchen geben sollte, dann feiert gefälligst, dass ich da war. Konfetti statt Blumen!
  4. Musik: Bitte keine Kirchenlieder.. außer Stern über Bethlehem. Das kann wenigstens jeder singen. Ave Maria lasse ich mir auch noch gefallen. Ansonsten muss es „Traum vom Tod II“ von Subway to Sally, „Vor I Vasglakogi“ von Kaleo und „The Good the Bad and the Ugly“ tun. Vielleicht noch „Je ne regrette rien“ und „Thunderstruck“ als Abschluss. (Besonders nett, wenn ich vom Blitz getroffen worden sein sollte.)
  5. Leichenschmaus: Es muss vegetarische und vegane Alternativen geben. Nicht, weil ich kein Tier esse, sondern weil ich meine Freunde liebe. Und viel Alkohol. Vorzugsweise Whisky und rosa Blubberwasser. Und alle müssen ein Foto mitbringen, auf dem sie mit mir zu sehen sind und wir irgendwas Beklopptes machen, damit alle ins Gespräch kommen und keiner alleine bleibt.

Schade, dass ich dann nicht mehr dabei sein werde. Klingt nach einer guten Party.

Apropos… wann ist eigentlich die nächste?

 

Death stood alone, watching the wheat dance in the wind. Of course, it was only a metaphor. People were more than corn. They whirled through tiny crowded lives, driven literally by clock work, filling their days from edge to edge with the sheer effort of living. And all lives were exactly the same length. Even the very long and very short ones. From the point of eternity anyway.“ (Terry Pratchett, Reaper Man)

 


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Es könnte alles so einfach sein…

…isses auch.

Ha! Jetzt hab ich euch erschreckt, wa?

Nee, mal ehrlich. Immer heißt es: „Mimimimimi, ich würd ja gerne mal XYZ und aber irgendwie geht’s nicht.“ Dabei – und hier lehne ich mich mal weit aus dem subjektivstatistischen Fenster – sind 90% aller Mimimis perfekte Ergebnisse erfolgreicher, jahrelanger und ausgeklügelter Selbstsabotage.

„Aber Küken, das stimmt doch gar nicht! Ich habe wirklich keine Zeit für Sport!“ Ja, sicher, du faule Sackratte. Ich glaube dir kein Wort. Wie lange hast du heute schon am Handy gespielt? Das Auto zum 600m entfernten Rewe genommen? Den Fahrstuhl? FERN GESEHEN? Wenn du wirklich wolltest, hättest du schon längst die Speckleggins an und würdest Hampelmänner machen bis der Nachbar die Polizei ruft!

Wie viele der Entschuldigungen, mit denen wir uns selbst von dem abhalten, was wir als ein erfolgreiches Leben wahrnehmen, sind totaler Quatsch? Mal so ganz ernsthaft und realistisch betrachtet?

Ich würde sagen: Fast alle.

Die Masterfrage ist allerdings weniger „Was machen wir dagegen?“, denn das weiß auch jeder. Ich wette sogar, die besten Ratgeber werden von den Menschen geschrieben, die es selbst nicht hinkriegen (Fettlogik mal ausgenommen), weil sie haargenau wissen, was sie eigentlich tun sollten, nämlich – bleiben wir mal beim Sportbeispiel – jemanden finden, mit dem sie gemeinsam Sport machen wollen/können und der zuverlässig und unerbittlich ist, feste Termine machen und keine Ausrede gelten lassen und dann einfach rein die Klamtoten und los!
Stattdessen ist wieder mal Mittwoch und eigentlich Pilates dran, aber der Hintern sitzt auf der Couch und ist dort so schön eingesunken, dass er sich als pilatesuntauglich tarnt, dann wird der Trainingspartner vollgeheult über den Stress und die Pein und lässt sich so lange belabern (oder ist so genervt), dass der Hinter die Delle tatsächlich den Rest des Abends noch etwas weiter ausbeult.

Die Frage ist also eher: WARUM?

Warum fällt es uns so schwer, aus lieb gewonnenen Gewohnheiten auszubrechen und einen auf lange Sicht einfacheren und schöneren Weg zu beschreiten? Auch hier ist die Begründung meistens einfach: Gewohnheit und/oder Angst. Gewohnheit ist klar, kennta, ne? Aber: Nach drei bis 10 Wochen verändertem Verhalten ist die Gewohnheit umprogrammiert. Also? Angst!

„Aber Küken, spinnst du denn? Angst? Wieso sollte ich Angst haben davor, mit dem Rauchen aufzuhören?“

Na, lieber Quarzengel23, deine Persönlichkeit ist ausgeschmückt durch die Raucherei, sozusagen das sinnlich-anrüchige Bad Girl Image und du lernst Leute kennen, hast einen Freundeskreis, der vermutlich auch mehr Raucher als Nichtraucher beinhaltet (noch so ne Studie) und voilá, Rätsel gelöst. Soziales Eremitentum, besonders in der Entwöhnung, das suckt einfach Big Time. Und da soziale Netzwerke ein Grundbedürfnis des Menschen darstellen, umso mehr. Aber willst du deswegen 19 Jahre früher sterben?

Und das sollte eigentlich immer unsere Frage sein: Ja klar, man ist mit dem Ich des Moments oft lange liebevoll aufgewachsen, aber ist das auch das Ich der Zukunft? Will man diesen Hampel wirklich für ewig mit DIESER Macke herumschlörren und sich am Ende vielleicht doch nur darüber ärgern, dass Lungenkrebs oder Herzkrankheit echt voll unangenehm ist und „hätte ich doch mal damals ne Banane mehr gegessen und nicht das Twix“?

Warum schreibe ich so einen unlustigen Psychoquatsch?

Weil’s so einfach sein könnte. Und wenn’s schlimm genug ist und trotzdem nicht klappt, dann guckt euch mal an, ob da nicht irgendein Hebel nur mal nen ordentlichen Schubs braucht.

Viel Erfolg beim Schubsen.

 

 

 

 

 


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Krakenkündigung

Auch auf die Gefahr hin, mich als Aluhutträger abzustempeln, möchte ich die folgenden Infos und Gedanken mal mit euch teilen. Mich erreichte, ironischer weise über Facebook, ein Blogeintrag (anscheinend sehr gut recherchiert) in dem der nette Autor äußerst detailliert beschrieb, in welcher Weise und wann unser aller social Media Liebling Fratzenbuch mit unseren Daten agiert. Das Original findet sich hier (inkl. aller Quellen): http://www.salimvirani.com/facebook/

In Kurzform schreibt er etwa dieses:

Seht zu, dass eure Lieben von FB verschwinden! FB trackt de facto jede Bewegung, die wir mit unserem Smartphone tun und erstellt Bewegungsprofile – egal ob wir dem zugestimmt haben, oder nicht. Es trackt ebenso den Besuch aller anderen Internetseiten und wie lange wir wo verbringen. Es liest unsere Nachrichten – ja, auch die Privaten – und verfolgt, welche Links wir wem senden. Und all unsere Likes sind öffentlich – sogar die, die nur Facebook für uns macht! Denn entgegen der Realität nutzt Facebook unsere Namen und Profile auch, um in unserem Namen Produktwerbung bei unseren Freunden zu machen. Ihr kennt sicher die kleinen Hinweise „Blabla und blabla gefällt dies auch“ an der Werbung. Das Ergebnis all dieser Spionage ist ein so komplexes und akkurates Persönlichkeitsprofil, das nicht mal unsere Eltern und engsten Freunde in solch einer Detailliertheit erstellen könnten.

Warum ist das schlimm?

Nun, es wäre ja nicht so schlimm, wenn nur Facebook wüsste, dass ich vor einem Jahr dies-und-jenes über diesen-und-jenen Webshop über meine Kreditkarte mit der Nummer XYZ gekauft habe oder dem und dem letztens von den ungesunden Gewohnheiten einer entfernten Bekannten vorgejammert habe. Aber Facebook behält diese Daten ja nicht.

Facebook verkauft sie. Und zwar wahllos an den Meistbietenden, denn Facebook ist kein ethisches Unternehmen. Facebook ist ein Unternehmen. Und Unternehmen brauchen Profit. Nur durch Werbung wird man nicht 190 Millionen Dollar schwer. Zu den Käufern gehören auch politische Organe, Versicherungen (na, wem hast du letztens im Messenger noch von deinen Depressionen erzählt? Nicht, dass der neue Arbeitgeber/die Versicherung das auch im Blick hat?) usw. usf.. Stories von Leuten, die harmlosen, satirischen Quatsch schrieben und auf einmal SWAT im Wohnzimmer hatten, kann ich nicht hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes überprüfen – aber zuzutrauen wäre es Mister Suckerbörg.

Und es geht weiter: Nicht nur bekommt es durch unsere Telefonliste und Kontakte Zugriff auf Gesichter (wenn welche mit den Kontakten verknüpft sind) von Menschen, die nicht auf FB sind, sondern erstellt auch durch die eben genannte Gesichtserkennung und mit Namen und den vorhandenen Daten (oft die Telefonnummer) entsprechende Geisterprofile. Diese werden dann mit Ortsdaten etc. weiter ausgefüttert, immer wenn jemand unabsichtlich etwas über die genannte Person postet oder über sie spricht. Das heißt, wir geben nicht nur unsere eigenen Profile preis durch unsere Likes, Zeit auf Seiten und Posts, sondern wir zwingen auch unsere Freunde, die nicht angemeldet sind, mit FB zu leiden. Ich erinnere mich noch an eine Zeit, in der man Mails bekam mit dem eigenen Namen und einigen ausgefüllten Daten, die man FB nie gegeben hatte, FB aber als Köder schonmal in das Rohprofil eingebaut hatte. Die kommen aus genau diesen Geisterprofilen.

Jetzt sind wir sowieso gläsern, Google sammelt auch, willst du das Internet jetzt ganz sabotieren oder was?

Nein. Dennoch bin ich sehr zögerlich damit, FB weiter mit Daten zu füttern. Die Lösung, alle Apps zu deinstallieren und mein Konto zu löschen – permanent – ist nur ein Teil. Auch Hilfsprogramme, die third-party-tracking unterbrechen, d.h. dass Facebook verfolgt auf welchen Seiten man sich sonst noch wie lange herumtreibt und was man dort kauft – zu installieren ist notwendig.

Ein Hitch ist allerdings die soziale Komponente. Sind mir die Kontakte, die ich vermeindlich über Facebook halte, so wichtig, dass ich dafür all meine Daten aufgebe und mich im Netz so stark schaffe zu zensieren, dass man mir niemals mehr irgendwas nachtragen kann und mein elektronisches Profil von FB nicht weiter ausgeweitet wird?

Ich bin nicht sicher.

Ich weiß, dass ich mit vielen meiner Facebook „Freunde“ im echten Leben deutlich weniger kommunizieren werde, als vorher. Ich weiß auch, dass mir einige Stunden Lebenszeit wiedergegeben werden. Momentan bin ich damit beschäftigt, meine Lieblingsfacebookseiten auf die Existenz eines vollformatigen Equivalents im Netz zu untersuchen und diese Seiten in meine Favoritenliste zu importieren.

Ein Leben ohne Facebook und Whatsapp ist möglich. Nicht ganz so easy, aber ich denke, ich werde es wagen.

Was denkt ihr dazu?

 

 


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Facebook Emofails

Ihr kennt ja sicherlich alle diese Motivationals. Diese Bildchen in sozialen Medien, auf denen mehr oder weniger (de-)motivierende Sprüche stehen.

Stehen nur Poesiealbenzitate oder schlaue Ratgeberessentials drauf, kann ich meistens damit noch irgendwie umgehen. Aber versuchen Menschen, sich selbst solche Dinger auszudenken, passieren mit hoher Wahrscheinlichkeit und Frequenz ungeahnte brutale Bruchlandungen.

Mein persönliches Pet Peeve sind dabei diejenigen Bilder, die passiv-aggressiv eingeschnappt bis vollnölig herumseiern, dass „man ja nicht immer hart war, aber im Leben einfach zu viel passiert ist“ oder „obwohl man XYZ ist/war er/sie einen trotzdem nicht will/wollte und jetzt mal selber Schuld ist. Ätschibätschi.“. Gerne auch repostet von Menschen, bei denen mir völlig klar ist, worauf sie hinaus wollen, bei mir aber nur ein Instinkt angesprochen wird; nämlich der, zu schütteln und zu schreien: „Willkommen in der Realität! Hat auch lange genug gedauert, du Flitzpiepe!“

Klar, jeder geht mit verschiedenen Situationen unterschiedlich um. Manche treffen sich mit Freunden, manche machen Sport, manche machen eine Therapie und andere Essen drei Kilo Eis und heulen zwei Wochen – und manche posten eben pseudoharte aber de facto weinerliche Bildchen auf Facebook und machen sich so zur Zielscheibe und zum Emokasper. Haben diese Leute keine Freunde, mit denen sie sich mal zum Kaffee trinken treffen können oder die ihnen wenigstens sagen, dass ihre Gefühlsausbrüche nicht öffentlich in soziale Medien gehören?

Wie dem auch sei, habe ich ein besonderes Gem dieser Gattung gesehen und musste erstmal zehn Minuten drauf starren und denken „WHUT?“

Es ging dabei sinngemäß darum, dass wenn sich „eine Frau gesellschaftlich konform und halbwegs selbstständig verhält (aber im Grunde weiterhin angemessen keusch), sie vielen Männern Angst mache.“ (Original hier.)

Dieses Bild hat mich schwer erschüttert. Nicht weil es von „Alleingang – weil eine Löwin nicht mit Hunden läuft“, also der pathetischst betitelten Seite kommt, die man sich so vorstellen kann, sondern weil es sich so spektakulär ins eigene Bein schießt.

Die Autorin möchte offensichtlich irgendetwas damit ausdrücken, vermutlich, dass sie selbst stark und unabhängig ist und Männer Waschlappen sind, weil keiner gut oder mutig genug ist, sich um sie zu bemühen.

Bei nährerer Betrachtung ergibt sich meiner Meinung nach allerdings Folgendes:

1. Sie ist wahnsinnig frustriert darüber, dass es keine Männer zu geben scheint, die sich trotz ihres heldenhaften Alleingangs überschlagen, ihr zu Füßen zu liegen. Warum auch?

2. Einmal würde eine Person, die wirklich selbstbewusst ist, so etwas nicht posten, weil es sie nicht annähernd so frustrieren würde und sie dem Typen das einfach sagen würde, anstatt passiv-aggressiven BS auf Facebook zu posten. Zweitens wäre einer wirklich selbstbestimmten Frau völlig schnurzpiepegal wen sie reizt oder nicht reizt. Sie zieht einfach an, worauf sie Bock hat. Basta. An dieser Stelle „ohne andere Männer zu reizen“ sehe ich meinen persönlichen Feminism Fail.

3. Ist es degradierend all den wunderbaren Menschen und Männern gegenüber, die definitiv keine Angst vor Frauen haben. Und genauso fies für die, die Angst HABEN. Irgendwas muss das ja ausgelöst haben.

Und was heißt Angst? In vielen Fällen sind Frauen und Männer gleich verunsichert ob der absoluten Doppelmoral in den Medien und allen Signalen von der traditionell verhafteten Kriegsgeneration bis zu den 70er Freelovern die wir so im Aufwachsen erhalten haben. Alle müssen erstmal finden, wer sie sind und wie sie sich als Frauen und Männer definieren. Einigen fällt das leichter, anderen schwerer. Ich weiß jedenfalls, dass ich tue, was ich für richtig halte, mit allen Konsequenzen.

Worauf ich an dieser Stelle jedoch im Besonderen plädieren möchte ist: Schützt eure Freunde davor, sinnfrei öffentlich herumzujammern. Erklärt ihnen, dass Selbstwert lernbar ist und man nicht zwangsläufig pseudoharte Motivationals auf Facebook posten muss, nur weil mal ein paar Dates beschissen gelaufen oder eine Beziehung gescheitert ist. Beschützt sie vor sich selbst. Sie haben es verdient – und spätestens wenn sie erwachsen werden, werden sie es euch danken.