kuekensalat

Dieser Blog ist total wichtig.


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Autopilot

Ich glaube mein Körper hat eine innere Kalorienbilanz.

Ich schreibe seit ein paar Wochen jeden Tag auf was ich einspare (oder auch nicht) und tracke jeden Happen. Wie ich es anscheinend so will, habe ich in unfehlbarer Regelmäßigkeit Fressattacken (einmal die Woche etwa), die dazu führen, dass ich fast alle gesparten Kalorien wieder aufesse. Was zur Hölle?!

Gerade jetzt mit den Korrekturen scheint ein Vorbeigehen an den Süßigkeitentonnen der Hölle buchstäblich nicht durchführbar. Stattdessen autopilote ich wie ein Zuckersuchsystem von einer Tonne (ich übertreibe nicht..) zur Nächsten mit dem inneren Antrieb, der Welt effektivster Süßigkeitentester zu werden. Leider hört das zu Hause nicht auf, so dass ich es definitiv noch schaffe wie ein wahrer urbaner Küchenmeister 2000 kcal zu mampfen zu finden, obwohl ich nur Eier, Mehl und Harzer Käse zu Hause habe.

Ich habe es jetzt mit Fasten versucht – Betonung auf versucht. Klappte erstmal, gerade ist es wieder eher ein kleines Aufkeimen bevor ich es mit einer Tafel Schokolade erschlage. *seufz* ich bin zu fett (BMI 25,6). Ich will das Fett nicht, das ist doch schwer! Dazu kommt noch, dass ich dem Begehren meines Kunstkurses nachgegeben habe, ein Kuchenabo einzurichten, d.h. jede Woche backt eine andere aus dem Kurs einen Kuchen.

Leider war bisher nur meiner halbwegs figurfreundlich.. Diese 17/18jährigen hauen da alles rein, was irgendwie zu hauen ist; Schokolade ist noch das Harmloseste. Ich warte noch auf die rosa gefärbte Butterglasur.

Trotz aller Tragikomik ein Lichtblick: Ich habe heute morgen meinen gesamten Cappucino auf dem Fenster und dem Mülleimer im Zug verteilt, was außer mir noch ein paar Menschen erheitern konnte und mein Sportprogramm hat die letzten Wochen ganz gut funktioniert, so dass sogar meine Bodenschlampe einsehen musste, dass meine Muskelmasse sich in die andere Richtung verändert hat. ✌🏻👍🏻🎉 Nimm das, Bodenschlampe!

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Die Stadt

Lichter, dunkel, Lichter, Bratwurstgeruch, fremde Pelzkapuze im Gesicht,

Schmalzkuchenduft, Weihnachtsmusik, Mistletoe – will ich aber nicht.

Will ich nicht, nicht ohne dich.

Scheiß Romantik, scheiß Lieder, scheiß Glitzer, scheiß Stadt.

Was soll die Stadt, wenn sie nur mich hat.

Und nicht dich.

 

Regen, grau, Gebäude, Gerenne, niemand hier den ich kenne.

Alle sind weg, außer mir, ich bin hier,

alleine im feuchtwarmen Straßenbahnwagen

seh wie sich Leute gar nie nichts zu sagen haben.

Und denke, was ich dir gesagt hätte, wenn –

doch nur die Stadt ist hier, denn.

 

Immer noch nass, aber kalt und sehr dunkel,

die Luft riecht nach Schwefel und der Himmel ist bunt,

alles knallt und ich trinke und auch wenn’s schon was her ist

bin ich immer noch wütend und wund.

Besoffen und wütend ist viel besser als traurig,

aber so richtig gut macht die Stadt das jetzt auch nicht.

 

Und ich weine und schimpfe und schleich vor mich hin

weil ich immer noch nicht drüber weggekommen bin

und die Tage sind lange und langweilig hier

und ich bin maulig mit der Stadt und mit mir.

 

Es ist dunkel und eisig und die Sterne sind da

der Morgen ist früh und mir war nicht ganz klar

als ich gestern allein in der Stadt Zeichnen ging,

das sowas auch endet mit Roots und mit Gin.

Mit neuen und den besten Freunden

mit Liebesgeschichten und Biografien

und jetzt gehe ich nach Hause, viertel nach vier, singe Roots

und die Stadt, ja die Stadt

gehört mir.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Juletide

Frohes Neues!

Heute beginnt ein neuer Jahreszyklus, die Tage werden wieder länger und  endlich geht es auch mit allem anderen wieder von vorn los: Schlaf, Wachstum, Frucht und Sterben.

Ein guter Moment, um innezuhalten und sich zwei Dinge zu fragen:

A) Was wäre das bestmögliche Leben für mich in 10 Jahren?

B) Was hält mich davon ab und wie kann ich das überwinden?

Wenn ihr B mit „nichts“ beantworten könnt, seid ihr wahrhaft glückliche Menschen, weil ihr schon da seid, wo ihr hin wollt. Wenn ihr A mit „weiß ich nicht“ beantworten müsst, ist es Zeit, ein bisschen zu meditieren und euch klar zu machen, dass dieses Leben endlich ist. Ihr habt nicht ewig Zeit zu tun, was euch wirklich bewegt.

Ich weiß, dass ich mir heute Zeit nehmen werde, A ausführlich zu eruieren und B ehrlich zu ergründen.

Wenn ihr, so wie Michelle Poler, Angst als Hauptgrund eurer fehlenden Erfüllung identifiziert habt, empfehle ich euch das liebevolle und gründlicht Studium ihres wunderbaren Experiments 100 days without fear.

And now: Go for it!

 

 


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Gelogen

Diesen Text habe ich in Gedanken an einen Poetry Slam geschrieben, stellt euch also vor, er würde vorgelesen. 😀 😉

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Ich, 26, gertenschlank und wunderschön,
warte darauf, dich – maximal 36, athletisch, zu sehen.
Meine Hobbies sind Sport und Maniküre, ich verdiene mein Geld mit Instagram
und wenn du mir cool genug bist, sage ich dir sogar meinen Instanamen.
Und wenn du mein Freund wärst, bekämst du ein eigenes Hashtag
Sowas wie BigLove oder BestDick oder
– ach Dreck.

 

Ich, 30, mittelmäßig mittellos und mittelmäßig freundlich suche dich,
mittelmäßig sorgenfrei und auf jeden Fall verlässlich.
Ich mag Spaziergänge, Kino, Freunde treffen und ich lese Bücher.
Ich hoffe das ist öde genug für dich, sonst gehst du doch nur wieder.
Ich trage Kleidung von C und A und ess‘ gern bei Va Piano,
aber wenn du keinen Knoblauch magst, ist das auch ok so.
Den lasse ich dann weg, dann könnten wir uns küssen.
– was wir aber auch nicht müssen.

 

Ich, 33 und oft schlecht gelaunt,
habe mir Typen mit einem großen Herzen erträumt.
Ich kann jede Menge Zeug, genug zum Überleben.
Nur Mathe würde ich gerne an dich abgeben.
Steuererklärungen und all sowas, die kriege ich geregelt
und überhaupt brauche ich gar nichts von dir, am wenigsten dein Geld.
Aber Liebe wär schön, Liebe ist mir schon wichtig
und Diskussionen auf Augenhöhe oder vielleicht auch..
– ach geht auch nicht.

 

Ich bin alt und groß und mag jede Menge Zeug,
Star Wars und Malen und Joggen im Wald,
ich liebe Katzen und spielen und ach ja – ICH BIN ALT.

Ich will Kinder und Tiere und ein altes Haus
mit nem Esel im Garten und du guckst da raus.
Ich will Spaß und jemanden, der mich verträgt
der meine Art von Wahnsinn freiwillig wählt,
der mag, dass Gedichte über ihn existieren,
den Otter genauso wie mich faszinieren,
der gut ist im Bett – zumindest für mich-
für alle anderen ist das dann nebensächlich,
den ich anhimmeln kann weil er großartig ist,
der auch mal seine Freunde vermisst,
der sich durchsetzt, wenn wir den Schrank aufteilen
und zwar ohne darüber lange zu heulen,
der beleidigt ist, wenn ich unmöglich werde
und darüber spricht, damit ich daraus lerne.
Der fair ist und uns eine Chance gibt
und sich wirklich aufrichtig in mich verliebt.

 

Ich, 33, gehe jetzt einen Trinken.
Und wenn das Leben es gut mit mir meint,
wirst du mich dort schon finden.

 

 


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Echt

Ich habe dich gesehen, und ich dachte, du wärest echt.  Und jetzt gibt es uns und eigentlich gibt es uns nicht. Denn vor lauter Angst davor, dass etwas Leichtes echt wird und weniger leicht, aus lauter Vergangenheit voller Menschen, die nicht ich sind und die nicht jetzt sind, machst du lieber nur etwas Trauriges aus dem, was stattdessen echt sein könnte.

Du hast Angst davor, etwas zu verpassen, nicht richtig eskaliert zu sein, dich nicht ausgelebt zu haben. Und anstatt los zu gehen, zu eskalieren und dich auszuleben – hast du wieder Angst. Willst nicht loslassen, was da ist – obwohl es erklärt nichts ist.

Du sagst „Ich will keine Beziehung.“ und ich sage: „Was ist denn hieran keine Beziehung?“ und du – du schweigst. Weil du kein Lügner bist.
Und trotzdem hast du Angst, dass wenn du es so nennst, dein Gehirn einen mysteriösen Wunderschalter umlegt und alles, was bis hierher großartig und schön war, auf einmal nur noch erdrückend und eng wird. Angst, dass ich mysteriöse Eifersucht und Kontrollwahn entwickle, Angst, dass ich dich morgen in einem weißen Kleid vor den rosengeschmückten Altar schleppe und dir mit vorgezogener Waffe das „Ja, ich will“ aus den Lungen presse, augenblicklich Drillinge gebäre und dich dazu zwinge, mit mir Vorhänge auszusuchen. Dabei sind mir Vorhänge total egal.

Und auch wenn es sich anfühlt wie sterben, lasse ich dich gehen.

Jetzt kannst du tun, was ich schon hinter mir habe. Du kannst eskalieren und dich ausleben. Du kannst dich betrinken um morgens am See gefühlt tiefgefroren mit nassen Füßen und einem Lappen im Gesicht wach zu werden. Du kannst mit irgendwem irgendwann in irgendein Bett sinken und dich am nächsten Morgen hundeelend in deinen verräucherten Klamotten aus der verpekten 5er WG schleichen und versuchen, während des Nichtkotzens nicht in Kotze zu treten. Du kannst am Joint am Eingang ziehen, hinter den Klos ohnmächtig werden und dann von den Bullen mitgenommen werden. Du kannst ganz allein bekloppte Dinge tun, dich tätowieren lassen und dir die Haare abrasieren. Du kannst alleine reisen und tausende von Leuten kennenlernen, die du auf Facebook addest und irgendwann mit dem Gedanken „Who’s that?“ wieder löschst. Du kannst in Strip Clubs gehen und den Mädels Geld in den String stecken und dich eklig fühlen und du kannst die Kleine an der Theke kennenlernen und am Ende des nächsten Abends vom mittelmäßigen Sex halbwegs gesättigt auf ihrem Bauch einschlafen. Und dann wirst du feststellen, dass eskalieren geil ist und wie sehr es befreit, sich auszuleben. Und du wirst eine ganze Zeit nicht genug davon bekommen. Und du wirst lange denken: „Das, das hier wollte ich.“

Es dauert nur einen Augenblick, nur eine Nacht, nur eine Zeit und dann ist es wieder vorbei und die Namen verschwimmen und die Nächte bleiben als Teppich aus Dunkelheit, Lichtern und Erinnerung zurück und werden immer weniger, was du brauchst, obwohl du sie vielleicht noch willst.

Und dann wachst du irgendwann neben ihr auf und wünschst dir, diese hier würde bleiben. Diese hier würde es meinen, wenn sie mit dir schläft. Diese hier würde es fühlen, wenn sie dich anlächelt, diese würde sich wirklich für dich begeistern.

Wünschst dir, so wie ich es mir jetzt wünsche, diese hier wäre echt.

 


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Es könnte alles so einfach sein…

Juni. Es ist manchmal warm und eigentlich will ich mich ja schon seit Wochen abmelden, weil es auf dieser schäbigen, freien Internetplattform ohnehin nur Kruppzeug gibt, das einem dreimal dieselbe Nachricht zur Kontaktaufnahme schickt – im Abstand von zwei Wochen.

Und dann – eine Nachricht, intelligent, anständige Rechtschreibung, netter Anschrieb – BÄM.

Es wird gesprochen, länger, mehr Nachrichten.

Playlists werden ausgetauscht und für annehmbar bis gut befunden. Es folgen spannende Diskussionen mit philosophischem Inhalt. Nach zwei Wochen Textmekka wird klar: Es muss ein Treffen passieren, selbst wenn man eigentlich die Nase voll hatte von Blind Dates, selbst wenn die Attraktivitässkala keinen gesteigerten Auswurf abgibt beim Betrachten des Profilbildes, mehr als ein: „OK“ kommt da nicht.

Aber die geistige Ebene stimmt, die Musik stimmt, die Filme, Kunst, Kultur, Vorstellung davon, wie eine Beziehung zu sein hat – alles scheint wie von Geisterhand festgeschrieben im Gewebe der Welt um diesen einen Menschen hervorzustricken.

Fünfzehn Uhr, es ist warm, aber bald soll es regnen. Ich denke, ich könnte underdressed sein, wärmetechnisch. Auf den letzten Metern zum Treffpunkt verschmilzt das Bild mit dem echten Bild: Groß, lockiges Haar – jedoch nicht blond, sondern grau, das etwas schräge Lächeln weniger charismatisch als schräg, die Hände mit langen, schmalen Fingern und er, der bisher so farbenfroh und spannend klang wirkt auf einmal wie ein ausgebleichtes Polaroid.

Und so folgt am Ende des Dates, das doch ein paar Stunden dauert, denn man kennt sich ja, auch ein zweites. Und auch ein drittes und dann die Erkenntnis:

Es könnte alles so einfach sein. Isses aber nicht.

Und egal wie sehr man will – wenn es nicht kribbelt, dann hilft auch keine Ahoibrause.

 


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The Train Song

Intro: Ich im Zug.

Man lächelt, zu scheu, den anderen anzusprechen. Könnte ja awkward werden, wenn man jeden Tag zusammen zur Arbeit fährt und nen Korb kassiert hat.

Dann, irgendwann der absichtlich später genommene Zug, die erste Kontaktaufnahme, Nummern austauschen, Date abmachen. Alles kribbelt, ich sehe aus wie ein Lobster.

Erste Strophe: Prima. Etwas seltsam, dass der junge Mann bereits auf die Idee kommt, es sei ja ungewöhnlich, dass so eine große Frau sich für einen Mann seiner Statur (etwa 10cm kleiner) interessiere. Ich zucke die Schultern. Wayne.

Zweite Strophe: Mir wird das Statusfahrzeug vorgeführt. Der Spaziergang am Meer featured heißen Tee und seltsame Geschichten über erste Lieben. Es bleibt irgendwie spannend.

Chorus: Mir wird immer mehr klar, dass der Mann meine Aussage „Ich habe wenig Zeit.“ nicht ernst nimmt. Blöd für ihn, meine Mädels haben gerade Abitur geschrieben, das muss halt eben korrigiert werden und dauert seine Zeit und nein, da ist eben dann kein spontaner Tagesausflug drin. Sorry. Ja, finde ich auch uncool. Und jetzt hör auf, mir indirekt Vorwürfe zu machen – wir kennen uns seit zwei Wochen!

Dritte Strophe: Wir treffen uns wieder und es ist wirklich nett, ich erfahre Dinge, die mich interessieren, scheine gleichzeitig ein exotisches Wesen Frau zu sein, das nicht eifersüchtig, tyrannisch, hysterisch ist. Was ist da los? Will ich das ausbaden?

Vierte Strophe: Ich auf dem Wege zu einer Hochzeit und tadaa, es gibt halbnackte Fotos vom Strand mit der Ansage: Wär so schön, wenn du da wärst. Ja, okay. Hilft halt nix. Auf Hochzeiten ist das Handy abgemeldet, doch anscheinend hat Herr das nicht mitgekriegt, denn obwohl man nicht mal liiert ist, erfahre ich zornige Nachrichten in der Nacht. „Dein Ernst?“ Ja. feiern ist mir ernst.

Refrain: Und dann kommt das Mimimi, denn ich schreibe nicht Guten Morgen oder Gute Nacht, ich schreibe ohnehin recht wenig, denn was soll ich sagen, ich stehe nicht auf Stress. Und ich auf einer Ausstellungseröffung und er: „Ich hasse mein Leben, Beziehungen kann ich nicht.“ und meine Eierstöcke: „Wuuuuuaaaaaaahhahhh…“ Und ich so zu meiner Besten: „Wuuaaaaaaaahhh..“ – endlich sind meine Eierstöcke und ich uns einig.

Fünfte Strophe: „Wir müssen reden.“ – „Unsere Kommunikation gefällt mir nicht.“ „Nein, nicht darüber…“ Und dann: Tränen, Gefühlsausbrüche, Opferrolle „Aber alle anderen wollen sich nur schminken und sind Tussis und ich will nicht mehr allein sein.“ Und ich so: „Das ist das Problem. Du willst nicht mich, du willst irgendeine Beziehung und ich will nicht irgendeine Beziehung. Ich will einen Partner in Crime.“

Sechste Strophe: „Ich habe ein Lied für dich aufgenommen. Bitte lies nur diese eine Nachricht, hör diese eine Aufnahme noch.“ „I’m sorry, but no.“ „Aber wir haben uns doch so gut verstanden.“ Ja, das reicht aber nicht. Ich kann dich nicht glücklich machen, glücklich musst du schon alleine sein.

Outro: Ich, im Zug. Es ist awkward.